von mmh 18.02.2026 16:56 Uhr

Immer mehr Jugendliche leiden unter Burnout – Landtag soll Ursachen prüfen

In Südtirol häufen sich Berichte über psychische Überlastung, Erschöpfungszustände und Burnout-Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Leistungsdruck in Schule, Ausbildung und Beruf, soziale Belastungen sowie Unsicherheiten in der Lebensplanung führen zunehmend zu ernsthaften psychischen Problemen.

Myriam Atz (Bild: STF)

Um Klarheit über das tatsächliche Ausmaß dieser Entwicklung zu erhalten und gezielte Maßnahmen zu fordern, hat die Landtagsabgeordnete Myriam Atz eine umfassende Landtagsanfrage eingebracht.

Burnout kein Randphänomen mehr

„Burnout bei jungen Menschen ist kein Randphänomen mehr, sondern ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Warnsignal“, betont Atz. Sie fordert konkrete Zahlen, eine Analyse der Ursachen und vor allem Maßnahmen zur Entlastung und Prävention. „Wenn Jugendliche bereits in Schule oder Ausbildung an ihre psychischen Grenzen stoßen, darf die Politik nicht wegschauen.“

Die Anfrage zielt darauf ab, herauszufinden, bei wie vielen jungen Erwachsenen in den vergangenen Jahren ein Burnout-Syndrom oder burnoutähnliche Erschöpfungszustände diagnostiziert oder behandelt wurden. Erhoben werden sollen auch die häufigsten Ursachen wie schulischer Leistungsdruck, berufliche Überforderung, prekäre Beschäftigung oder familiäre und soziale Belastungen.

Unterschiede zwischen Schulstufen und Regionen

Besonderes Augenmerk liegt auf Unterschieden zwischen Schulstufen, den verschiedenen Schulsystemen (deutsch, italienisch, ladinisch) sowie zwischen Jugendlichen aus städtischen und ländlichen Gebieten. Außerdem soll geprüft werden, ob die Betroffenen tendenziell immer jünger werden.

Prävention und Unterstützungsangebote

Atz erkundigt sich zudem nach den bestehenden Präventions- und Unterstützungsangeboten des Landes, deren Nutzung und Wirksamkeit. Wichtig sei insbesondere die Frage, welche Maßnahmen der Südtiroler Sanitätsbetrieb zur frühzeitigen Erkennung psychischer Überlastung im schulischen und beruflichen Umfeld setzt und ob ein Ausbau psychologischer Betreuungsangebote für junge Menschen geplant ist.

Die Ergebnisse der Landtagsanfrage sollen den Ist-Zustand erheben und die Grundlage für notwendige Maßnahmen zur Prävention und Betreuung schaffen.

Atz appelliert an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: „Es geht nicht darum, junge Menschen in bestehende, veraltete Systeme zu pressen, sondern dass das System flexibel an die Werte und Bedürfnisse der jungen Menschen angepasst wird. Das bisherige System stellte das Wirtschaftswachstum in den Mittelpunkt – nun ist es Zeit, dass der Mensch und seine psychische sowie körperliche Gesundheit im Zentrum stehen.“

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