Sparen als Risikopuffer

Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut hat in der Winterausgabe seines Barometers die Gründe fürs Sparen sowie die Entscheidungsfaktoren von Anlegern abgefragt.
Wofür sparen Südtirols Arbeitnehmer?
Den Befragten standen vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl, aus denen sie einen Hauptgrund und einen zweiten Grund angeben konnten. Betrachtet man ausschließlich den Hauptgrund, so sparen Südtirols Arbeitnehmer:innen in erster Linie für ihre Kinder (39 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen unvorhersehbare Ereignisse (27 Prozent). Erst danach kommen die Wohnung (19 Prozent) und das Alter (15 Prozent).
Während sich beim Hauptgrund klare Unterschiede zeigen, ist der zweitgenannte Grund nahezu gleichmäßig auf die Antwortkategorien verteilt. Sparen wird somit in erster Linie als familiäre Absicherung und als Risikopuffer verstanden – und weniger als klassische Altersvorsorge, wohl auch deshalb, weil das Geld nicht für das eine wie auch das andere ausreicht.
Sicherheit und Verfügbarkeit gehen vor
Doch nach welchen Kriterien entscheiden jene Arbeitnehmer, die Geld anlegen möchten? Für 33 Prozent ist die Sicherheit des Kapitals das wichtigste Kriterium – also die Gewissheit, dass das investierte Geld nicht verloren geht. An zweiter Stelle steht die langfristige Rendite (30 Prozent). Ebenfalls bedeutsam ist die unmittelbare Verfügbarkeit des Kapitals im Bedarfsfall (24 Prozent). Eine untergeordnete Rolle spielt hingegen die kurzfristige Rendite (13 Prozent).
Wird zusätzlich ein zweites Kriterium abgefragt, dominieren erneut die Liquidierbarkeit (37 Prozent) und die Sicherheit des Kapitals (34 Prozent), was die Bedeutung dieser beiden Elemente nochmal mehr hervorhebt.
Sparen bleibt für viele ein Luxus
Laut italienischer Notenbank Banca d’Italia belaufen sich die finanziellen Ersparnisse der Südtiroler Familien auf insgesamt 26,3 Mrd. Euro, zusammengesetzt aus 16 Mrd. Euro an Bankeinlagen und 10,3 Mrd. Euro an in Depots verwahrten Wertpapieren. Dies entspricht Pro-Kopf-Werten von 48.772 Euro, 29.758 Euro bzw. 19.013 Euro.
Doch Durchschnittswerte sagen nichts zur Verteilung. Auch hier deutet das AFI-Barometer auf eine soziale Schieflage hin: Nur sechs von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gehen davon aus, in den kommenden zwölf Monaten Geld zur Seite legen zu können. Vier von zehn geben an, dass dies nicht möglich sein wird.






