Politischer Schlagabtausch um Olympia 2046 in Tirol

Liste Fritz: „Soziale Wärme statt Olympia-Flamme“
Die Parteichefin der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, erinnert an das bereits dreimalige Nein der Tiroler Bevölkerung zu Olympischen Spielen. Angesichts knapper Budgets für soziale Einrichtungen zeigt sie sich unverständlich gegenüber neuerlichen Olympia-Überlegungen. „Die Behindertenhilfe, die Schuldnerberatung und unzählige andere Sozialeinrichtungen müssen sparen und die SPÖ will viel Geld für Olympische Spiele ausgeben“, kritisiert Haselwanter-Schneider.
Die Landesregierung solle sich endgültig von Olympia verabschieden und nicht „bei jeder Gelegenheit das Olympia-Gespenst wieder aus der Mottenkiste holen“. Tirol habe bereits eine der höchsten Lebenserhaltungskosten, eine weitere sportliche Großveranstaltung würde die Preise ihrer Ansicht nach nur weiter in die Höhe treiben. „Die Bevölkerung hat dreimal Nein gesagt. Die Landesregierung sollte das endlich zur Kenntnis nehmen“, so die klare Forderung.
Qualität statt Quantität im Tourismus
In ihrer Vision für Tirol plädiert die Liste Fritz für einen Kurswechsel. Tirol habe sich lange als Sportland vermarktet und dabei Rekord-Nächtigungszahlen erzielt. Nun sei es an der Zeit, mit dem bestehenden Angebot auszukommen und stärker auf die Bedürfnisse der Einheimischen zu achten. Ein gutes Miteinander von Tourismus und Bevölkerung sei die Grundlage für den Tourismus der Zukunft.
SPÖ kontert: „Zuversicht und Mehrwert für Mensch und Wirtschaft“
Dem hält der Tiroler SPÖ-Sportsprecher und Landtagsabgeordnete Benedikt Lentsch entschieden entgegen. Er wirft der Liste Fritz vor, sich als „Verhinderungs-Weltmeister“ zu gerieren und lieber Blockaden zu betreiben, statt Chancen zu prüfen. Österreich analysiere aktuell das Potenzial von Olympischen Spielen im Jahr 2046, während Tirol durch LH-Stellvertreter Philip Wohlgemuth erneut als Sportland positioniert werde.
Lentsch betont, dass die Olympia-Frage sachlich und mit Blick auf den Mehrwert für die Bevölkerung diskutiert werden müsse. „Politik muss auch Zuversicht vermitteln“, sagt er. Das stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt und motiviere Menschen sowie Wirtschaft zu Investitionen. Der Pessimismus der Liste Fritz sei dabei wenig hilfreich, während ein gemeinsames Großprojekt wie Olympia durchaus Potenzial habe.
Prüfung ohne Kosten
Besonders weist der SPÖ-Sportsprecher darauf hin, dass eine bloße Prüfung einer Bewerbung, wie sie von der Bundesregierung angedacht ist, noch keine Kosten verursacht. Zudem gehe es um mögliche Spiele in rund 20 Jahren. Dieses Potenzial gelte es verantwortungsvoll und objektiv zu prüfen, so Lentsch abschließend.
Die Fronten in der Tiroler Olympia-Debatte bleiben damit klar: Während die Liste Fritz soziale Prioritäten und das Votum der Bevölkerung in den Vordergrund stellt, setzt die SPÖ auf langfristige Chancen und eine offene, sachliche Prüfung.






