von mmh 08.02.2026 10:29 Uhr

„Talent kennt kein Geschlecht“: Tirol fördert gezielt junge Forscherinnen

Am 11. Februar rückt der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft weltweit die Bedeutung von Frauen in Forschung und Wissenschaft in den Fokus. Auch in Tirol wird dieser Anlass genutzt, um ein klares Signal für Chancengleichheit zu setzen und junge Frauen für eine wissenschaftliche Laufbahn zu begeistern. Denn obwohl Talent kein Geschlecht kennt, sind Frauen – insbesondere in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie in höheren wissenschaftlichen Positionen – weiterhin unterrepräsentiert.

„Talent kennt kein Geschlecht – deswegen soll der Aktionstag mehr Mädchen für die Forschung begeistern“, erklären LRin Hagele und LRin Pawlata. (Foto: © Land Tirol/Die Fotografen)

Aktuell zeigen drei junge Forscherinnen, wie vielfältig und innovativ Wissenschaft in Tirol ist: Sie beschäftigen sich mit Wasser im Weltall, sizilianischer Keramikproduktion sowie mit Rhetorik in politischen Texten. Für ihre Projekte erhielten sie kürzlich die Nachwuchsforscherförderung des Landes Tirol.

Rückenwind für junge Forscherinnen

Ein zentrales Instrument zur Förderung wissenschaftlicher Karrieren ist die Nachwuchsforscherförderung des Landes. Noch bis zum 15. März 2026 können neue Projekte eingereicht werden. Erst vor Kurzem wurden Förderungen an 55 Projekte vergeben, davon gingen 32 an junge Wissenschaftlerinnen. Für Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele ist das ein klares Zeichen: Junge Forscherinnen überzeugen mit innovativen Ideen und brauchen gezielte Unterstützung, um ihren Weg in die Forschung fortsetzen zu können.

Gefördert werden Projekte, die überwiegend in Tirol umgesetzt werden und einen klaren Bezug zum heimischen Forschungsstandort haben. Ziel ist es, die Qualität und Leistungsfähigkeit der Tiroler Hochschulen nachhaltig zu stärken und jungen Wissenschaftlern den Einstieg in den internationalen Forschungsbetrieb zu ermöglichen.

Rollenbilder hinterfragen, Perspektiven eröffnen

Auch Frauenlandesrätin Eva Pawlata betont die Bedeutung früher Impulse gegen traditionelle Rollenbilder. Bereits bei Kindern und Jugendlichen müsse angesetzt werden, um echte Gleichstellung zu erreichen. Ein bewährtes Beispiel dafür ist der Girls’ Day Tirol, der heuer am 23. April bereits zum 25. Mal stattfindet. Schülerinnen erhalten dabei Einblicke in Bereiche wie Handwerk, Technik, IT und Naturwissenschaften und lernen neue Berufsbilder und Arbeitgeber kennen.

Anlässlich des Jubiläums widmet sich zudem die Enquete Frauen und Gleichstellung am 27. April 2026 dem Thema Rollenbilder in der modernen Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft.

Ergänzend dazu würdigt der Tiroler Frauenpreis Frauen, die aktiv Geschlechterstereotype hinterfragen und Gleichstellung vorantreiben. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird heuer zum dritten Mal vergeben, Einreichungen sind noch bis 16. Februar möglich.

Starke Vorbilder in der Wissenschaft

Wie wichtig weibliche Vorbilder sind, zeigt auch die Auszeichnung von Francesca Ferlaino zur österreichischen Wissenschaftlerin des Jahres. Die international renommierte Quantenphysikerin forscht an der Universität Innsbruck und engagiert sich intensiv in der Wissenschaftsvermittlung. Ihr Erfolg sendet ein starkes Signal an junge Frauen: Wissenschaft braucht ihre Perspektiven, ihr Engagement und ihre Ideen.

Mit gezielten Förderprogrammen, sichtbaren Vorbildern und klaren politischen Maßnahmen setzt Tirol ein deutliches Zeichen: Wissenschaft und Forschung sollen allen offenstehen – unabhängig vom Geschlecht.

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