von ih 06.02.2026 13:53 Uhr

Weichenstellung für die Gemeinden der Zukunft

Das neue Gemeindeentwicklungsprogramm rückt stärker in den Fokus von Politik, Wirtschaft und Fachwelt. In einem vom lvh organisierten Webinar diskutierten kürzlich Experten aus Recht, Gemeindepolitik und Interessenvertretung über Chancen, Pflichten und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Die zentrale Botschaft: Wer sich jetzt einbringt, kann die Entwicklung seiner Gemeinde langfristig mitbestimmen.

Im Bild (von links): Walter Pöhl, Hannes Mussak, Heinrich Ferretti, Martin Haller, Andreas Schatzer und Paul Lintner – Foto © lvh

An der Online-Veranstaltung nahmen zahlreiche Orts- und Bezirksobleute teil. Als Referenten wirkten unter anderem Rechtsanwalt Paul Lintner, der Vahrner Bürgermeister Andreas Schatzer, der Präsident der Südtiroler Freiberufler Heinrich Ferretti sowie Vertreter der lvh-Führungsspitze mit. Der Austausch beleuchtete das Thema aus rechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Perspektive.

Im Mittelpunkt stand das neue Landesgesetz für Raum und Landschaft. Dieses verfolgt mehrere Ziele: den Bodenverbrauch einzudämmen, die Arbeits- und Lebensqualität zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinden zu stärken, bestehende Bausubstanz aufzuwerten und leistbaren Wohnraum zu fördern. Kernstück der Umsetzung ist das Gemeindeentwicklungsprogramm – ein strategisches Planungsinstrument mit einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren.

Nach Einschätzung der Experten werden darin wesentliche Leitlinien für Flächennutzung und Standortentwicklung festgelegt. Spätere Änderungen seien nur mehr eingeschränkt möglich.

Für das Handwerk habe das Programm besondere Bedeutung, betonte die lvh-Spitze im Webinar. Hier würden die Rahmenbedingungen für künftige Betriebserweiterungen und Neuansiedlungen geschaffen. Deshalb sei es wichtig, dass Handwerksbetriebe frühzeitig das Gespräch mit den Gemeindeverantwortlichen suchen und ihre praktischen Anforderungen einbringen. Nur so könnten realitätsnahe Lösungen entstehen.

Praxisnahe Einblicke lieferten Erfahrungsberichte aus den Gemeinden. Vorgestellt wurde unter anderem eine gemeindeübergreifende Abstimmung mehrerer Orte im Raum Brixen. Dabei wurde besonders die Bürgerbeteiligung als Erfolgsfaktor hervorgehoben. Eine klare Abgrenzung von Siedlungsgebieten sei zudem entscheidend, um den Gemeinden ausreichend Handlungsspielraum für künftige Entwicklungen zu sichern.

Als zentrales Fazit der Veranstaltung blieb festzuhalten: Das Gemeindeentwicklungsprogramm bietet große Gestaltungschancen – allerdings vor allem für jene, die sich frühzeitig und aktiv am Prozess beteiligen. Wer abwartet, muss später mit begrenztem Einfluss rechnen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite