Landtag fordert strengeren Schutz für Kinder in sozialen Medien

Handys und soziale Netzwerke sind für viele junge Menschen längst selbstverständlicher Teil des Alltags. Sowohl in der Freizeit als auch im schulischen Umfeld spielen digitale Medien eine immer größere Rolle. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Hinweise darauf, dass ein unkontrollierter Umgang mit digitalen Plattformen erhebliche Probleme mit sich bringen kann. Schulen und Familien berichten zunehmend von Konzentrationsschwierigkeiten, Konflikten und Belastungen, die auch das soziale Klima beeinträchtigen.
Studien zeigen wachsende Risiken für junge Menschen
Internationale Studien und Forschungsberichte weisen darauf hin, dass Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Dazu zählen Cybermobbing, sehr lange Nutzungszeiten, der Kontakt mit unpassenden Inhalten sowie die Verbreitung von Falschinformationen. Diese Entwicklungen wirken sich nicht nur negativ auf das Wohlbefinden aus, sondern auch auf Lernleistungen und das Miteinander in Schulen und im Alltag.
Südtirol setzt deshalb verstärkt auf Aufklärung und Vorbeugung. Ein zentrales Instrument ist dabei der sogenannte „Smartphone-Führerschein“. Dieses Projekt richtet sich an Schüler, Lehrpersonen und Eltern und soll für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren.
Forderung nach strengeren Regeln auf staatlicher und EU-Ebene
Gleichzeitig richtet sich der Blick über die Landesgrenzen hinaus. In mehreren Ländern werden strengere Regelungen bereits umgesetzt oder intensiv diskutiert. Australien hat ein Social-Media-Verbot für bestimmte Altersgruppen eingeführt, auch in verschiedenen europäischen Staaten stehen vergleichbare Maßnahmen zur Debatte. Auf EU-Ebene bildet der Digital Services Act bereits einen rechtlichen Rahmen, um Minderjährige besser zu schützen.
Vor diesem Hintergrund fordert der Südtiroler Landtag das italienische Parlament sowie die italienische Regierung auf, sich für weitere Einschränkungen bei sozialen Medien einzusetzen und auf europäischer Ebene eine einheitliche Regelung anzustreben.
SVP-Fraktionsvorsitzender Harald Stauder betont abschließend: „Kinder und Jugendliche brauchen klare Orientierung im digitalen Raum. Es geht nicht um Verbote um jeden Preis, sondern um Schutz, Orientierung und Verantwortung auch über die Schule hinaus.“
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