Studie belegt: Film ist nicht nur Kultur, sondern Wirtschaftsfaktor

Mehr als 9 Millionen Euro Wertschöpfung
Die Analyse „Wirtschaftliche Effekte der Filmförderung in Tirol 2021–2024“, erstellt von paul und collegen consulting im Auftrag der Wirtschaftskammer Tirol, zeigt, dass geförderte Projekte in diesem Zeitraum rund 19,5 Millionen Euro direkt in Tirol ausgegeben haben. Daraus entstand eine direkte Bruttowertschöpfung von über 6,5 Millionen Euro, insgesamt – inklusive indirekter und induzierter Effekte – rund 9,6 Millionen Euro.
Besonders deutlich wird der sogenannte Förderhebel: Jeder investierte Förder-Euro generiert mindestens drei Euro Wertschöpfung in Tirol. Auch fiskalisch rechnet sich die Förderung: Das ausgelöste Steuer- und Abgabenaufkommen übersteigt die eingesetzten Mittel nahezu um das Doppelte. „Die Studie zeigt klar, dass Filmförderung kein Zuschuss ohne Wirkung ist, sondern eine Investition in den Wirtschaftsstandort Tirol“, betont Bernhard Holzhammer, Obmann der Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol.
Filmförderung sichert Arbeitsplätze
Auch die Beschäftigungseffekte sind beträchtlich. Laut Studie werden durch die Filmförderung 132 Jahresarbeitsplätze gesichert oder geschaffen. Neben direkt Beschäftigten in der Filmproduktion profitieren zahlreiche weitere Branchen – von technischen Dienstleistern über Transport und Logistik bis hin zu Beherbergung und Gastronomie. „Filmförderung wirkt wie ein wirtschaftlicher Impulsgeber. Gerade in einem kleineren Markt wie Tirol sind diese Multiplikatoreffekte volkswirtschaftlich besonders relevant“, erklärt Studienautor Michael Paul.
Chancen und Herausforderungen für die Zukunft
Die Studie zeigt zudem, dass Tirol 2023 und 2024 stark von Bundesförderungen wie FISAplus und ÖFIplus profitierte. Mit den massiven Kürzungen dieser Programme im Jahr 2025 könnte die Anzahl geförderter Produktionen künftig sinken – spürbar ab Mitte bzw. Ende 2026.
Um den Standort langfristig zu stärken, empfehlen die Autor:innen unter anderem:
- Die Wettbewerbsfähigkeit der Tiroler Filmförderung erhöhen, da die Fördersummen im Vergleich zu anderen Bundesländern und Nachbarregionen noch deutlich niedriger sind.
- Produktions- und Filminfrastruktur weiter ausbauen.
- Filmnahe Dienstleister gezielt ansiedeln, um die Wertschöpfung stärker im Land zu halten.
Film als Standortfaktor und Imageträger
Neben den ökonomischen Effekten betont die Studie die strategische Bedeutung von Filmproduktionen für Tirols Außenwahrnehmung. „Mit ihrer Arbeit stärkt die Cine Tirol den heimischen Filmstandort und trägt zu einem attraktiven und vielfältigen Bild Tirols – auch als Urlaubsland – bei“, erklärt Patricio Hetfleisch, Marketingleiter der Tirol Werbung.
Die Analyse liefert damit erstmals eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung der Filmförderung und zeigt deutlich: Film ist in Tirol nicht nur Kultur, sondern ein echter Wirtschaftsmotor.






