Abfallentsorgung in Meraner Altstadt ohne spürbaren Erfolg

Im Rahmen des Projekts wurden die bisherigen Straßenabfallbehälter entfernt und stattdessen zehn 240-Liter-Mülltonnen an ausgewählten Standorten aufgestellt. Die Maßnahme sollte sowohl die Müllmenge reduzieren als auch zu einem verantwortungsvolleren Entsorgungsverhalten beitragen. Laut Hannes Widmann sei jedoch weder eine Verringerung des Abfalls noch eine spürbare Entlastung der betroffenen Bereiche festzustellen gewesen.
Besonders entlang stark frequentierter Zonen wie Rennweg, Lauben, Promenaden und öffentlichen Plätzen seien weiterhin regelmäßig überfüllte Behälter, unsachgemäß entsorgter Müll und Verschmutzungen zu beobachten gewesen. Die Bündelung auf wenige größere Tonnen habe in der Praxis teils sogar zu einer stärkeren Vermüllung des unmittelbaren Umfelds geführt.
Während der Testphase habe zudem die Zahl der Beschwerden aus der Bevölkerung zugenommen. Auch Geschäftsleute und Besucher hätten vermehrt negative Rückmeldungen zur Situation gegeben. Die angestrebten Nebeneffekte — bessere Mülltrennung und geringere wirtschaftliche Belastungen für die Allgemeinheit — seien ebenfalls ausgeblieben.
Nach Ansicht Widmanns zeige das Projekt, dass Entsorgungsmodelle aus anderen Städten nicht ohne sorgfältige Anpassung an lokale Gegebenheiten übernommen werden könnten. Gerade in stark besuchten innerstädtischen Bereichen müsse das System auf tatsächliche Abfallmengen und das Nutzungsverhalten von Einheimischen und Touristen abgestimmt sein.
Gefordert wird nun eine grundlegende Neubewertung der Maßnahme. Künftige Konzepte sollten auf eine ausreichende Zahl leicht erreichbarer Abfallbehälter, klare Informationsangebote sowie verstärkte Reinigung und Kontrolle setzen, um die Sauberkeit in der Altstadt nachhaltig zu verbessern.






