von ih 02.02.2026 14:38 Uhr

„Hinsehen statt Wegschauen“: Sozialgenossenschaft stärkt Kindesschutz

Mit einer ganztägigen Fachtagung an der Freien Universität Bozen hat die Sozialgenossenschaft Tagesmütter am 31. Januar 2026 ein deutliches Zeichen für den Schutz von Kindern gesetzt. Unter dem Titel „Hinsehen statt Wegschauen – Erarbeitung eines Kindesschutzkonzeptes für die Dienste der Sozialgenossenschaft Tagesmütter“ fiel zugleich der Startschuss für den neuen Drei-Jahres-Plan 2026–2028.

Foto: Sozialgenossenschaft Tagesmütter

Die Veranstaltung richtete sich an alle pädagogischen Fachkräfte und Mitarbeiter der Genossenschaft. Ziel war es, das Bewusstsein für Kindesschutz weiter zu schärfen, bestehende Qualitätsstandards in der Kleinkindbetreuung zu sichern und auszubauen sowie das interne Schutzkonzept gezielt weiterzuentwickeln.

Bereits seit mehr als zehn Jahren setzt sich die Sozialgenossenschaft intensiv mit Fragen des Kindeswohls auseinander. Eine erste Fachtagung zum Thema fand schon 2015 statt. Seit 2023 gilt Kindesschutz zudem als verpflichtendes Schwerpunktthema für alle im Kleinkindbereich tätigen Genossenschaften.

In diesem Zusammenhang wurde das bestehende Schutzkonzept in Zusammenarbeit mit der Familienagentur im Rahmen von Netzwerktreffen und Workshops überarbeitet. Daraus entstand die Initiative, das Thema im neuen Drei-Jahres-Plan nochmals vertieft aufzugreifen.

Die Fachtagung bot von 9 bis 17 Uhr ein umfangreiches Fachprogramm. Zu den Referentinnen und Referenten zählten unter anderem die Kinder- und Jugendanwältin Dr. Daniela Höller, Prof. Dr. Ulrike Loch, Dr. Francesca Schir, Sprengelleiterin Dr. Ingrid Pfeifhofer sowie Anwältin Dr. Stefania Calabrò. Ergänzt wurden die Vorträge durch Beiträge von Pädagoginnen der Sozialgenossenschaft selbst. Behandelt wurden rechtliche Grundlagen, Gewalt- und Kinderschutz, Aufgabenbereiche der Kinder- und Jugendanwaltschaft und des Sozialsprengels, Qualitätsstandards in der Kleinkindbetreuung sowie Präventionsmaßnahmen und konkrete Handlungsleitlinien für die Praxis.

In den kommenden zwei Jahren soll der Schwerpunkt auf der praktischen Unterstützung von Mitarbeitern und Eltern liegen. Geplant ist die Ausarbeitung eines erweiterten internen Leitfadens, der neben Gewalt- und Kindesschutz auch einen verbindlichen Verhaltenskodex, ein internes Gefährdungsprofil sowie eine gemeinsam getragene pädagogische Haltung umfasst.

Als Ehrengäste nahmen Landesrätin Rosmarie Pamer, die Direktorin der Familienagentur Carmen Plaseller sowie Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller an der Tagung teil. Die Organisatoren werteten die Veranstaltung als wichtigen Schritt, um den Kindesschutz strukturell und nachhaltig in allen Diensten der Genossenschaft zu verankern.

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