Wehrdienst-Reform: Volksbefragung im Gespräch

Beim Neujahrsauftakt der ÖVP kündigte Bundeskanzler Christian Stocker eine Volksbefragung zur Zukunft des Wehrdienstes an. Laut ORF und Tiroler Tageszeitung soll die Bevölkerung noch in diesem Jahr über eine mögliche Verlängerung der Wehrpflicht und das Milizsystem entscheiden. Die Regierung wolle sich an das Ergebnis halten, auch wenn eine Volksbefragung nicht bindend ist. Stocker sprach von einer Stärkung der Verteidigung in unsicheren Zeiten.Â
Hintergrund der Reform
Das österreichische Bundesheer plant Änderungen am Wehrdienst. Eine Kommission empfahl kürzlich eine Verlängerung auf acht plus zwei Monate, wie das Verteidigungsministerium mitteilt. Derzeit dauert der Grundwehrdienst sechs Monate. Die Reform soll das Heer besser aufstellen, angesichts geopolitischer Spannungen in Europa. In Nordtirol und ganz Österreich wird das Thema intensiv diskutiert.Â
Die Idee der Volksbefragung
Stocker überraschte sogar Teile der Koalition mit dem Vorschlag, wie Salzburger Nachrichten berichten. Eine Befragung könnte im Herbst stattfinden. Früher gab es 2013 schon eine Abstimmung zur Wehrpflicht, die mit fast 60 Prozent für den Erhalt stimmte. Nun geht es um Details wie Dauer und Struktur. Kritiker sehen darin ein taktisches Manöver, Befürworter eine demokratische Lösung.Â
Echo in Tirol und Südtirol
In Nord- und Osttirol berichten Medien wie die Tiroler Tageszeitung ausführlich über die Pläne. Auch in Südtirol nimmt man Notiz. Die historische und kulturelle Nähe zu Österreich macht das Thema hier spürbar. Früher positionierte sich die Süd-Tiroler Freiheit klar gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht in Italien. Zum österreichischen Modell gibt es derzeit aber noch keine neuen Stellungnahmen aus der Partei.Â
Die Debatte läuft weiter, und die Volksbefragung bleibt ein zentraler Punkt in der österreichischen Politik.






