von lif 02.02.2026 10:29 Uhr

Rabensteiner fordert deutsche Führung des NISF/INPS Bozen

Mit der Ernennung des Italieners Gabriele Giancamilli aus Trient zum Landesdirektor des NISF/INPS im Sommer 2023 hat das Einvernehmenskomitee beschlossen als Ausgleich einen deutschen Vizedirektor zu ernennen. Der dafür vorgesehene Wettbewerb wurde jedoch erst jetzt veröffentlicht und entpuppe sich als „Mogelpackung“.

Hannes Rabensteiner (Bild: STF)

„Der Sieger darf sich nicht Vizedirektor nennen und bleibt dem italienischen Direktor klar unterstellt“, so die Süd-Tiroler Freiheit. Für den Landtagsabgeordneten und Mitglied im Einvernehmenskomitee, Hannes Rabensteiner, ist das eine Scheinlösung zulasten der deutschen Sprachgruppe. Er fordert eine vollwertige deutsche Führungskraft mit klaren Kompetenzen an der Spitze des NISF/INPS in Südtirol.

Bereits im Vorfeld der Direktoren-Ernennung hatte Rabensteiner gefordert, den Wettbewerb für die Leitung des NISF/INPS frühzeitig auszuschreiben. Aus Protest gegen dieses Vorgehen und wegen der systematischen Missachtung der Zweisprachigkeit beim NISF/INPS verweigerte Rabensteiner seine Unterschrift unter dem Einvernehmensprotokoll. Seine Forderung wurde jedoch weiterhin ignoriert und der Wettbewerb immer weiter hinausgezögert. Die Folge: Als es schließlich zur Entscheidung kam, war Gabriele Giancamilli der einzige Anwärter auf die Direktorenstelle.

Das Doppelspiel der SVP

Die Ernennung Giancamillis im Sommer 2023 hatte auch innerhalb der SVP massive Kritik ausgelöst. Der SVP-Landesrat Philipp Achammer verfasste damals ein Protestschreiben und verwies auf die Verletzung des sprachlichen Gleichgewichts. Doch sein Parteikollege Harald Stauder stimmte im Einvernehmenskomitee für die Ernennung des Trientners Gabriele Giancamilli als Landesdirektor des NISF/INPS, berichtet die STF in einer Aussendung. Die einzige Gegenstimme kam von Hannes Rabensteiner. Seine Ablehnung hat er mit einem Gutachten untermauert, das Giancamilli für die Leitung des NISF/INPS in Südtirol als ungeeignet einstufte.

Der laufende Wettbewerb betrifft eine Führungskraft der zweiten Ebene für die deutsche Sprachgruppe. Zwar soll diese Person den Direktor bei Abwesenheit vertreten, die strukturellen Machtverhältnisse würden jedoch unverändert bleiben. Für Rabensteiner ist klar: „Man hat den Südtirolern einen deutschen Vizedirektor versprochen und liefert jetzt eine Führungskraft zweiter Ebene. Das ist kein Ausgleich, das ist Augenauswischerei!“

Besonders kritisch sieht Rabensteiner auch die Haltung der SVP. „Nach außen gibt man sich empört, nach innen zustimmend. Dieses Doppelspiel schadet nicht nur der Glaubwürdigkeit der SVP, sondern vor allem auch den Rechten der deutschen Minderheit“, so Rabensteiner mit Blick auf das Abstimmungsverhalten von Stauder im Einvernehmenskomitee.

Schreiben an INPS blieben unbeantwortet – Mandat wurde sogar verlängert

Rabensteiner selbst hat Anfang Jänner 2026 ein Schreiben an die INPS-Generaldirektion in Rom gerichtet. Darin dokumentiert er zahlreiche Bürgerbeschwerden über massive Mängel bei der Zweisprachigkeit, mangelhaften Bürgerservice sowie einen problematischen Führungsstil in der NISF/INPS-Direktion in Bozen. Besonders schwer wiegen Berichte ehemaliger Mitarbeiter über respektlosen Umgang, Mobbing und Diskriminierung deutschsprachiger Bediensteter. „Wenn Bürger in Südtirol ihre Anträge auf Deutsch einreichen und italienische Antworten erhalten, dann ist das ein klarer Verstoß gegen die Zweisprachigkeitspflicht“, bemängelt Rabensteiner. „Das Recht auf die Muttersprache ist kein Entgegenkommen, sondern geltendes Recht!“

In einem weiteren Schreiben wundert sich Rabensteiner darüber, dass das Mandat von Giancamilli Ende Jänner 2026 sogar um weitere drei Jahre verlängert worden ist – ungeachtet der zahlreichen vorgebrachten Beschwerden. Er verlangt Aufklärung und Transparenz über die Bewertungskriterien, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Außerdem fordert er, den NISF/INPS-Direktor einer kritischen Prüfung auf dessen Eignung für dieses Amt zu unterziehen.

Eine Antwort der Generaldirektion des INPS in Rom ist auf beide Schreiben bis jetzt ausständig.

„NISF/INPS braucht deutsche Führung!“

Rabensteiner bekräftigt seine Forderung: „Südtirol braucht an der Spitze des NISF/INPS eine Führung, die unsere Sprache spricht, die besonderen Gegebenheiten Südtirols kennt, unsere Autonomie respektiert und den Bürgern dient und keine Verwaltung, die Rechte relativiert, deutsche Mitarbeiter vergrault und nur Probleme bereitet!“

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