von lif 02.02.2026 09:59 Uhr

Gedenken an einen unvergesslichen Freiheitskämpfer

Am 11. September 1919 wurde Georg Klotz in Walten im Passeiertal geboren. Wie es der Zufall der Geschichte ist, wurde am Tag zuvor in der französischen Hauptstadt Paris mit dem Friedensvertrag von St. Germain-en-Laye das Los Südtirols besiegelt. So wusste der Passeirer von klein auf, was seine Lebensaufgabe ist.

Plakat zum Gedenken an Georg Klotz

Schon als Kind und Jugendlicher lernte er die brutale Gewaltherrschaft des Faschismus und die Italianisierungsversuche kennen, wie der Südtiroler Heimatbund berichtet. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Klotz als Unteroffizier der Deutschen Wehrmacht in Norwegen, am Eismeer und in Russland.

Der Gebirgsjäger Georg Klotz

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft musste er ein zweites Mal feststellen, dass seine Heimat Südtirol erneut Italien zugeschanzt wurde. Da das demokratische Italien die Rechte der Südtiroler, denen eine Autonomie zugesichert wurde, weiterhin aushöhlte, schloss sich Klotz, der sich inzwischen dem Wiederaufbau des Südtiroler Schützenwesens widmete, dem Befreiungsausschuss Südtirol um Sepp Kerschbaumer an.

Der Schützenoffizier Georg Klotz im Jahre 1958.

An der Feuernacht nahm er nicht selbst aktiv teil. Klotz flüchtete ins Vaterland Österreich und entzog sich einer Verhaftung durch die italienischen Behörden. Gemeinsam mit seinem Freund Luis Amplatz führte er den Widerstand von Österreich weiter.

Gesprengter Mast im Passeier. (Bild aus einer italienischen Tageszeitung)

Da man Klotz, zur damaligen Zeit als „Staatsfeind Nr. 1“ deklariert, nicht habhaft werden konnte, beschloss der italienische Geheimdienst, ihn umzubringen. 

Georg Klotz mit seinem Freund und Mitkämpfer Luis Amplatz.

Am 7. September 1964 befanden sich Klotz und Amplatz auf einer Heuhütte in Saltaus. Mit ihnen war auch der Österreicher Christian Kerbler von der Partie. Letzterer erwies sich als hinterlistiger Agent und Meuchelmörder. Mitten im Schlaf erschoss er Amplatz und verwundete Klotz schwer. Der Passeirer schleppte sich über die Grenze. Eine Operation im Krankenhaus rettete ihm das Leben.

Die Ehefrau Rosa besuchte zusammen mit ihren Kindern ihren Mann im österreichischen Exil.

Am 25. Jänner 1976 verstarb Georg Klotz in österreichischen Exil. Die Erben von Jörg Klotz gehen unbeirrt den Weg der Freiheit weiter. Allen voran kann seine Tochter Eva namentlich angeführt werden, die über dreieinhalb Jahrzehnte im Südtiroler Landtag saß und sich stets für die Selbstbestimmung Südtirols einsetzte und weiterhin einsetzt. Denn die sinnvolle Bemerkung des Vaters, wonach der Himmel und das Heimatland keine Halben verdienen, ist aktueller denn je. Es ist demnach nicht verkehrt, sich diesen Kerngedanken zu Herzen zu nehmen und für die Freiheit Südtirols mit demokratischen Mitteln zu kämpfen und positiv nach vorne zu blicken.

Die Tochter Eva Klotz hat eine Biografie ihres Vaters verfasst. (Molden Verlag Wien, 3. Auflage 2002. ISBN 3-85485-083-2)

„Wir gedenken des unvergesslichen Freiheitskämpfers und treten für ein vereinigtes Tirol ein“, so SHB-Obmann, Roland Lang. 

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