von ih 01.02.2026 13:22 Uhr

Landesname „Südtirol“ soll endlich offiziell werden

In Südtirol ist eine neue Debatte entbrannt: Der freie Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber fordert, den Landesnamen „Südtirol“ endlich auch rechtlich verbindlich festzuschreiben. Derzeit existiere dieser Name zwar im allgemeinen Sprachgebrauch und in der öffentlichen Kommunikation, nicht jedoch als offizielle Bezeichnung im rechtlichen Sinne. Formal trage das Gebiet den Titel „Autonome Provinz Bozen“.

Symbolbild - Bild: Schützenbezirk Südtiroler Unterland

Kein eigenständiger Landesname

Nach Angaben von Andreas Leiter Reber sei vielen Bürgern nicht bewusst, dass „Südtirol“ im Autonomiestatut und in der Verfassung nicht als eigenständiger Landesname verankert ist. Dort erscheine die Bezeichnung lediglich als Bestandteil der Regionsbezeichnung „Trentino-Südtirol“. Rechtlich bestehe die Region ausdrücklich aus den beiden Provinzen Bozen und Trient – nicht jedoch aus einem Land Südtirol im engeren Sinn.

Der ehemalige Freiheitliche spricht in diesem Zusammenhang von einem autonomiepolitischen Versäumnis. Zwar nutze die Landesverwaltung den Namen Südtirol seit Jahren selbstverständlich auf Bannern, Siegeln, Logos und in der offiziellen Außendarstellung. Die fehlende gesetzliche Verankerung stehe jedoch im Widerspruch zur gelebten Realität und zur historischen Identität des Landes.

Antrag im Landtag wird eingebracht

Andreas Leiter Reber betont, dass es neben aktuellen Sachthemen auch grundlegende Fragen der politischen Selbstdefinition brauche. Der Landesname sei Teil dieser Basis. Als Vergleich führt er andere Regionen Europas an: Es sei kaum vorstellbar, dass Bayern offiziell „Bundesland München“ oder Sizilien „Regione Palermo“ heißen würde — entsprechende Reaktionen der Bevölkerung wären wohl deutlich.

In dieser Woche will Leiter Reber einen entsprechenden Antrag im Südtiroler Landtag einbringen. Ziel sei es, nach mehr als 80 Jahren Autonomiepolitik den Namen „Südtirol“ offiziell einzuführen und gesetzlich abzusichern. Auch wenn sich daraus keine direkten finanziellen oder materiellen Vorteile ergäben, gehe es um Identität, Glaubwürdigkeit und Selbstachtung, so der freie Abgeordnete.

Ob der Vorstoß im Landtag eine Mehrheit findet, bleibt abzuwarten. Die Diskussion über Namen, Zuständigkeiten und Symbole könnte damit jedoch neuen Auftrieb erhalten.

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