von mmh 30.01.2026 14:05 Uhr

Streit um gemischtsprachige Schule: Süd-Tiroler Freiheit warnt vor Identitätsverlust

Die Debatte um die Einführung einer gemischtsprachigen Schule in Südtirol gewinnt erneut an Schärfe. Nach einem neuerlichen Vorstoß der Grünen spricht sich die Süd-Tiroler Freiheit entschieden gegen entsprechende Pläne aus.

(Bild: KI- generiert, mmh/UT24)

Was als freiwilliges Zusatzangebot präsentiert werde, sei in Wahrheit ein ideologisches Projekt mit klarer Zielrichtung, heißt es in einer Stellungnahme des Landtagsklubs. Die Partei warnt davor, dass die deutsche Sprache und die Tiroler Identität dadurch zunehmend unter Druck geraten könnten. Südtirol drohe, sich langfristig in Richtung eines zweiten Aostatals zu entwickeln.

Nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit werde die angebliche Freiwilligkeit der gemischtsprachigen Schule als Lockargument eingesetzt. In der Praxis zeige sich jedoch immer wieder, dass Eltern, die bewusst an der muttersprachlichen Schule festhalten, gesellschaftlichem und politischem Druck ausgesetzt seien. Diese würden rasch als provinziell oder rückständig abgestempelt. Aus einer freiwilligen Entscheidung könne so sehr schnell ein faktischer Zwang entstehen. Die gemischtsprachige Schule sei daher kein Beitrag zur Vielfalt, sondern ein Angriff auf die muttersprachliche Schule, das Identitätsbewusstsein der Südtiroler und den Kern des Minderheitenschutzes.

Kritik an „Mehrsprachigkeit“ und Warnung vor Aostatal-Szenario

Besonders scharf fällt die Kritik an den Grünen aus, denen die Süd-Tiroler Freiheit eine einseitige Auslegung des Begriffs Mehrsprachigkeit vorwirft. Unter dem Etikett von Weltoffenheit und sprachlicher Vielfalt werde in Wirklichkeit die deutsche Sprache systematisch zurückgedrängt. Dass sich die Grünen, so der Vorwurf, nie über Verletzungen des Rechts auf den Gebrauch der deutschen Sprache in Verwaltung, Handel oder Gastronomie empört hätten, sei bezeichnend. Wo Deutsch verschwinde, herrsche Schweigen, während italienische Bezeichnungen, einschließlich faschistischer Ortsnamen wie „Alto Adige“, verteidigt würden. Mehrsprachigkeit bedeute in diesem Verständnis kein Gleichgewicht, sondern Unterordnung zugunsten der Sprache des Staatsvolkes.

Auch Umfragen, auf die sich die Grünen berufen und die eine wachsende Zustimmung zur gemischtsprachigen Schule zeigen sollen, werden von der Süd-Tiroler Freiheit kritisch gesehen. Der Begriff „mehrsprachige Schule“ klinge zwar positiv, verschleiere jedoch die Konsequenzen. Mehr Unterricht in einer Sprache bedeute zwangsläufig weniger Unterricht in der anderen. In Südtirol heiße dieses „Mehr“ nach Ansicht der Partei stets mehr Italienisch auf Kosten des Deutschen.

Als warnendes Beispiel wird das Aostatal genannt. Dort habe die gemischtsprachige Schule dazu geführt, dass autochthone Sprachen wie Französisch und Frankoprovenzalisch weitgehend verdrängt worden seien und nur noch folklorische Bedeutung hätten. Der im Namen der Mehrsprachigkeit eingeschlagene Weg habe dort zu einer nahezu vollständigen Assimilierung geführt. Ein ähnliches Szenario drohe auch Südtirol, sollte die muttersprachliche Schule aufgegeben werden.

Muttersprachliche Schule als Grundpfeiler der Autonomie

Die Süd-Tiroler Freiheit betont, dass es keine wissenschaftlichen Studien gebe, die belegen würden, dass gemischtsprachige Schulen Minderheitensprachen stärken. Gerade deshalb werde dieses Modell so vehement vorangetrieben. Ziel sei nicht Schutz, sondern Dominanz. Die deutsche Sprache und die Tiroler Identität sollten weiter an den Rand gedrängt werden, um Südtirol zu einer nur noch scheinbar mehrsprachigen Provinz mit gesicherter Vorherrschaft des Italienischen zu machen.

Abschließend stellt die Süd-Tiroler Freiheit klar: Die muttersprachliche Schule sei ein Grundpfeiler der Autonomie und des Minderheitenschutzes und dürfe nicht aufgeweicht werden. Fiele sie weg, drohe langfristig das Aufgehen der ethnischen Minderheit im Staatsvolk und in letzter Konsequenz auch der Verlust der Autonomie. Die Südtiroler würden sich ihre muttersprachliche Schule sowie ihre deutsche und Tiroler Identität nicht nehmen lassen, heißt es abschließend in der Stellungnahme des Landtagsklubs.

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