von lif 29.01.2026 07:47 Uhr

Südtiroler Pater Alberich Rabensteiner: Ein stiller Held aus Villanders

Vor genau 150 Jahren ist in Villanders ein Mann geboren worden, der später als Märtyrer in die Kirchengeschichte einging: Alberich Rabensteiner.

Bild: Stiftung Heiligenkreuz

Der am 28. Januar 1875 in Villanders geborene Alberich trat 1898 in das Zisterzienserstift Heiligenkreuz ein. Am 25. Juli 1903 empfing er die Priesterweihe. Als Kaplan im Neukloster zu Wiener Neustadt gründete er 1905 die Marianische Kongregation, aus der viele junge Männer für das Ordensleben in Heiligenkreuz kamen. Später war er Seelsorger in den Stiftspfarren St. Valentin, Sulz und Gaaden, bevor er als Feldgeistlicher in den Ersten Weltkrieg zog. Ab 1918 leitete er als Prior das Priorat Neukloster in Wiener Neustadt. Pater Alberich lebte aus tiefer eucharistischer und marianischer Frömmigkeit: Rosenkranz und Kreuzweg betete er jeden Tag schon vor 5 Uhr früh. Als Südtiroler lag ihm die Herz-Jesu-Verehrung besonders am Herzen.

Das Frühjahr 1945 wurde zur schwersten Prüfung. Die Wiener Neustadt wurde wegen seiner Rüstungs- und Industrieanlagen 15 bombardiert. Pater Alberich segnete Hunderte Tote ein und stand Verletzten und Sterbenden bei. Am Ostermontag, dem 2. April 1945, zog die russische Armee in die Stadt ein. Während andere flohen, blieb er und kümmerte sich um die Verletzten und die Leichen auf den Straßen. Ein russischer Offizier sah ihn dabei. Der Offizier ritt hoch zu Ross in die Neuklosterkirche, stellte Pater Alberich vor dem Bernhardsaltar und erschoss ihn. Der Südtiroler Priester wurde im Kreuzgang des Neuklosters bestattet.

Heute steht Pater Alberich Rabensteiner im Martyrologium des zwanzigsten Jahrhunderts der Erzdiözese Wien. Im Heiligen Jahr 2025 wurde er als Zeuge der Hoffnung bekannt gemacht. Ein stiller Held aus Villanders, der bis zum Schluss blieb, wo andere flohen.

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