Älteste von Menschen genutzte Holzwerkzeuge entdeckt

Der aus vier Fragmenten bestehende Stock aus Erlenholz mit einer Länge von rund 80 Zentimetern sei wahrscheinlich zum Graben oder zum Ablösen von Baumrinde verwendet worden, hieß es. Das kleine Holzstück stamme von einer Weide oder Pappel und zeige ebenfalls Spuren menschlicher Bearbeitung sowie der potenziellen Verwendung als Werkzeug. Nach Angaben der Universität sind die beiden Fundstücke mindestens 40.000 Jahre älter als alle zuvor gefundenen menschlichen Holzwerkzeuge.
Sie stammen aus der erst vor etwas mehr als zehn Jahren entdeckten Grabungsstätte Marathousa 1 auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland. Dort wurden unter anderem auch schon Steinwerkzeuge und Überreste eines zerlegten Urelefanten gefunden. Forscher gehen daher davon aus, dass es sich um einen Schlachtplatz handelt, der im sogenannten Mittelpleistozän am Ufer eines Sees lag.
Das Mittelpleistozän begann vor etwa 775.000 Jahren und endete vor rund 130.000 Jahren. Es gilt den Tübinger Experten zufolge als kritische Phase der menschlichen Evolution. In dieser Zeit entwickelten sich komplexere Verhaltensweisen.
Holzwerkzeuge sind demnach generell schwieriger nachzuweisen als solche aus Knochen und Stein, weil sie viel leichter zerfallen und nur unter besonders günstigen Umständen längere Zeit überdauern. Die bisher ältesten bearbeiteten Hölzer wurden demnach unter anderem in China, Deutschland, Sambia und Großbritannien gefunden. Sie sind aber jünger.
Beteiligt an der Untersuchung waren Wissenschafter aus Deutschland, Großbritannien und Griechenland. Geleitet wurde diese von zwei Experten des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität in Tübingen und der Uni Reading in Großbritannien.
APA






