von ih 27.01.2026 09:55 Uhr

Georg Klotz: Eine Enkelin erinnert an Leben, Opfer und Vermächtnis

Anlässlich des 50. Todestages des Südtiroler Freiheitskämpfers Georg „Jörg“ Klotz ist am vergangenen Wochenende an seinem Grab eine feierliche Gedenkveranstaltung abgehalten worden (UT24 berichtete). Höhepunkt der Feier war die Gedenkrede seiner Enkelin und jetzigen FPÖ-Landtagsabgeordneten Gudrun Kofler, die in bewegenden Worten an das Leben, den Kampf und das Vermächtnis ihres Großvaters erinnerte.

Gudrun Kofler bei ihrer Gedenkrede - Foto: UT24/gk

Ein Mann, der Haltung gezeigt hat

Ausgehend von einem alten Erinnerungskärtchen mit dem Gedicht „Ein Toter kehrt heim“ spannte Gudrun Kofler den Bogen von der erzwungenen Verbannung Klotz’ aus seiner Heimat bis zu seiner letzten Rückkehr im Sarg.

Am 24. Jänner 1976, so erinnerte sie, wurde der von Italien als Staatsfeind verfolgte Freiheitskämpfer unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in winterlicher Kälte zu Grabe getragen – ein stiller, aber eindrucksvoller Protestzug gegen Unrecht und politische Unterdrückung.

Die Rednerin schilderte Jörg Klotz als einen Mann, der in einer Zeit der Entrechtung und Italianisierung Südtirols bewusst Haltung gezeigt habe. Verfolgung, Verurteilung, ein Mordanschlag und schließlich das erzwungene Exil prägten sein Leben. Besonders schwer habe ihn die Trennung von Heimat und Familie getroffen – ein Opfer, das er im Namen der Freiheit auf sich nahm und das er letztlich mit seinem Leben bezahlte.

  • Foto: UT24/gk

Einsatz für Heimat und Volkstum bleibt aktuell

Persönlich wurde die Rede, als Gudrun Kofler über ihre eigene Beziehung zu einem Großvater sprach, den sie nie kennenlernen durfte und der dennoch stets Teil ihres Lebens gewesen sei. In Erzählungen, Bildern und Erinnerungen der Familie sei er immer präsent gewesen – als Vorbild, als Mahnung und als Verpflichtung.

Zugleich schlug die Rednerin eine Brücke in die Gegenwart. Der Südtiroler Freiheitskampf von damals sei Geschichte, die Fragen nach Sprache, Identität und kultureller Selbstbehauptung jedoch hochaktuell. Minderheitenrechte, so Kofler, dürften nicht zur Verhandlungsmasse werden, und der Einsatz für Heimat und Volkstum sei kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Auftrag für die Zukunft.

Mit eindringlichen Worten rief sie dazu auf, das Erbe der Freiheitskämpfer nicht nur zu bewahren, sondern aktiv zu leben – mit Haltung, Klarheit und Verantwortung. Erinnerung, so ihre zentrale Botschaft, sei kein bloßes Ritual, sondern Verpflichtung.

  • Foto: UT24/gk

Alles für Tirol!

Den Abschluss der Rede bildete ein persönlicher Gruß von Gudrun Kofler an ihren Großvater:

Sein Name und sein Weg wirkten weiter, sein Vermächtnis lebe in den Menschen fort, die sich heute zu Sprache, Kultur und Heimat bekennen.

Unter dem Ruf „Alles für Tirol“ endete eine Rede, die Geschichte, persönliche Verbundenheit und politischen Auftrag eindrucksvoll miteinander verband.

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