Tirol baut Schulpsychologie aus

Mehr Unterstützung für Schüler und Schulen
Die Bildungsdirektion für Tirol stockt die Schulpsychologie für das Schuljahr 2026/27 deutlich auf. Insgesamt stellt der Bund fünf zusätzliche Stellen für Schulpsychologen zur Verfügung. Damit steigt der Personalstand von bisher 17,5 auf 22,5 Vollzeitäquivalente. Der erste neue Schulpsychologe hat seine Arbeit bereits aufgenommen, weitere Stellen werden im Jänner und Februar 2026 besetzt. Zusätzlich wird eine neue Stelle im Bereich der Schulsozialarbeit an den Bundesschulen ausgeschrieben.
Bildungslandesrätin Cornelia Hagele betont die Bedeutung dieses Ausbaus: Kinder und Jugendliche bräuchten gerade in herausfordernden Zeiten verlässliche Ansprechpersonen. Ziel sei es, niemanden mit schulischen, familiären oder persönlichen Problemen allein zu lassen und die mentale Gesundheit als Grundlage für schulischen Erfolg zu stärken.
Hoher Beratungsbedarf in Tiroler Schulen
Wie groß der Bedarf ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen des vergangenen Schuljahres 2024/25. Insgesamt wandten sich 3.751 Schüler an die Schulpsychologie Tirol. Mehr als 22.900 Beratungsgespräche wurden mit Schülern, Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen und Unterstützungspersonal geführt. Zusätzlich waren Schulpsychologen bei 90 Präventions- und Konfliktinterventionen direkt in Tiroler Schulklassen im Einsatz.
Die Beratungsstellen sind in allen Tiroler Bezirken vertreten. Das Angebot reicht von Unterstützung bei Lernproblemen, Prüfungsangst und Überforderung über Bildungs- und Berufsorientierung bis hin zu Hilfe in akuten Krisensituationen, bei familiären Belastungen oder Gewalterfahrungen. In rund der Hälfte aller Fälle standen Lernprobleme im Mittelpunkt, gefolgt von Kombinationen aus Lernen und Verhalten sowie Bildungsberatung und Krisenintervention.
Prävention und schnelle Hilfe im Fokus
Mit den zusätzlichen Stellen sollen Wartezeiten verkürzt und das Angebot stärker in die Bezirke getragen werden. Geplant ist auch ein Ausbau von Workshops zu Themen wie Mobbing, Gewaltprävention und Krisenbewältigung, um frühzeitig gegenzusteuern und das Bewusstsein für mentale Gesundheit zu stärken.
Die schulpsychologische Beratung steht Schülern, Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen kostenlos und vertraulich zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme erfolgt freiwillig telefonisch oder per E-Mail, die Beratung kann persönlich, in der Schule, online oder telefonisch stattfinden. Ergänzend ist die bundesweite Schulpsychologie-Hotline rund um die Uhr unter 0800 211 320 erreichbar. Zudem steht jungen Menschen bis 21 Jahre seit Oktober 2025 erneut das Programm „Gesund aus der Krise“ zur Verfügung, das kostenlose psychologische Behandlung ohne lange Wartezeiten ermöglicht.
Landesrätin Hagele kündigt bereits weitere Schritte an: Auch für die kommenden Schuljahre sollen zusätzliche Planstellen geschaffen werden, um die psychosoziale Unterstützung für Tirols Schüler weiter zu stärken.






