von mmh 25.01.2026 07:18 Uhr

Innsbruckerin Warenski gewinnt deutschen Film-Nachwuchspreis

Die Innsbruckerin Emilia Warenski ist beim Filmfestival Max Ophüls Preis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet worden. Die Jury überzeugte ihre Darstellung im Film „Bleistiftstriche“ von Alice Prosser. Den Hauptpreis als bester Spielfilm erhielt „Gropius Supernova“ des Erfurter Regisseurs und Drehbuchautors Ben Voit über eine Plattenbausiedlung am Stadtrand von Berlin. Der Max Ophüls Preis ist das wichtigste Filmfestival für junge Talente im deutschen Sprachraum.

APA/dpa

In „Bleistiftstriche“ geht es darum, wie zwei junge Frauen die Sprachbarriere überwinden und im Liebeskummer zu sich selbst finden. Die 21-jährige Warenski ist Fernsehzuschauern als ehrgeizige Gasteiner Bauerntochter Dani Strobl in der Serie „School of Champions“ bekannt. Als bester Schauspieler wurde Tommes Diallo in „Champions und wir“ (Deutschland 2026) ausgezeichnet. Zu früheren Max-Ophüls-Preisträgern zählen etwa Til Schweiger, Nora Waldstätten, Liv Lisa Fries, Simon Schwarz oder Fritz Karl.

Neben der Prämierung Warenskis gab es noch weitere Preise für den österreichischen Film. Die Auszeichnung für die beste Regie ging an die in Wien lebende gebürtige Polin Magdalena Chmielewska für den österreichischen Film „Teresas Körper“. Laut Jury ist es Chmielewska in dem Streifen „präzise“ gelungen, das „Abgründige im Alltäglichen“ zu zeigen.

Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an die polnischstämmige österreichische Regisseurin Jola Wieczorek für „Die noch unbekannten Tage“. Wieczorek erzählt in dem Film, wie sie sich mit ihrer zunehmend dementen Mutter der Familienvergangenheit nähert.

Zwei Kurzfilm-Preise für Steirer Florian Moses Bayer

Gleich zwei Mal prämiert wurde „Die gemeinen Kleinigkeiten“ des Steirers Florian Moses Bayer, weil sich Kritiker und Besucher einig waren: Der Film über Josef, der sich von seinem eigenen Gewicht erdrückt fühlt, bis er Rapper Monobrother trifft, wurde als bester Kurzfilm ausgezeichnet und erhielt außerdem den Publikumspreis Kurzfilm. „Mit scharfem Blick für die leisen Momente zeigt uns dieser Film, wie oft manche von uns erniedrigt, verletzt und angegriffen werden – weil sie nicht der vermeintlichen Norm entsprechen“, kommentierte die Jury.

Sowohl den Preis für das beste Drehbuch als auch für den gesellschaftlich relevanten Film erhielt Ali Tamim (Regie und Drehbuch) für sein Langfilmdebüt „Noah“ (Deutschland 2025). Er erzählt von vier Schicksalen, die sich nach dem Tod des jungen Arabers Noah nach einer Polizeikontrolle verschränken. „Ein Film, der Betroffene rassistischer Gewalt konsequent zentriert und zugleich die Ambivalenzen ihrer Erfahrungen spürbar macht“, urteilten die Juroren. Auch mit dem Deutschen Drehbuchpreis war „Noah“ bereits ausgezeichnet worden.

Der Publikumspreis Spielfilm und der Preis der ökumenischen Jury ging an „Wovon sollen wir träumen“ (Deutschland 2025) von Milena Aboyan und Constantin Hatz. Nach Meinung der Jury lade der Film über die Schicksale dreier Frauen „mit klaren Bildern“ dazu ein, genauer hinzusehen: auf Gewalterfahrung, Ausgrenzung, innere und äußere Kämpfe. „Am Ende steht die leise Hoffnung, dass Heilung möglich wird, wo jemand den Mut hat, aus dem Schicksalhaften auszubrechen.“

Der Schweizer Jonas Ulrich erhielt für seinen ersten Langfilm „Wolves“ (Schweiz 2025) über die 23-jährige Luana, die eine Black-Metal-Band begleitet, ebenfalls zwei Auszeichnungen: den Preis der Jugendjury und den Preis der Filmkritik für den besten Spielfilm. „In Bildern von großer Schönheit erzählt dieses Drama von Grenzen, die sich verschieben, und Abgründe, die sich auftun, wobei die kleine auf die große Welt verweist“, heißt es in der Begründung.

Wichtigstes Festival für deutschsprachige Film-Talente

Insgesamt wurden bei der Abschlussgala des 47. Filmfestivals Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken 18 Preise in einem Gesamtwert von 123.500 Euro verliehen. Das MOP gilt als das wichtigste Festival für deutschsprachige Film-Talente aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt standen 146 Filme in 203 Vorstellungen auf dem Programm.

apa

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