von lif 21.01.2026 17:25 Uhr

Tirols Verkehrslandesrat offen für Promillegrenze-Senkung

Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) hat sich offen für eine etwaige Senkung der allgemeinen 0,5-Promillegrenze im Straßenverkehr gezeigt. Das Thema sei zwar an sich „bundespolitisch“, eine Diskussion darüber aber auf allen Ebenen „begrüßenswert“, meinte Zumtobel bei einer Pressekonferenz. Indes wurde bei dem Pressegespräch auch die Bilanz der Verkehrspolizei für 2025 präsentiert, die eine Steigerung der Verkehrstoten auf 43 ausweist.

Foto: APA

Im Vorjahr – also 2024 – waren mit 32 Personen um elf Personen weniger auf Tirols Straßen ums Leben gekommen. Auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten sei gestiegen, führte Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac aus: „Im Jahr 2025 waren mit 4.084 um 74 Unfälle mehr als im Jahr zuvor.“ 2024 waren es 3.995 gewesen. Insgesamt habe es 2025 dabei 4.976 Verletzte gegeben, im Jahr zuvor waren es 4.812 gewesen. Hauptursache dafür seien – wie schon im Jahr zuvor – mit 35 Prozent Unachtsamkeit, beziehungsweise Ablenkung am Steuer gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit.

„Verkehrssicherheitsstrategie“ im Fokus

Besonderen Augenmerk lege man neben der „polizeilichen Überwachung“, um die Zahl der Unfälle mit Personenschaden einzudämmen, künftig auch auf Maßnahmen zur deutlichen Reduktion der Verkehrstoten. „Unser Ziel ist es, im Rahmen der Verkehrssicherheitsstrategie, die Zahl bis 2034 um 50 Prozent zu reduzieren“, strich der Landespolizeidirektor erneut ein bereits im Vorjahr geäußertes Anliegen heraus. Das sei ein „ambitioniertes Ziel, das aber nicht unmöglich“ sei, sagte Tomac zur Strategie, die gemeinsam mit den verantwortlichen Behörden sowie der Autoindustrie ausgearbeitet wurde und bereits 2024 in Kraft getreten ist. Die Bekämpfung von Alkohol und Drogen am Steuer stünden bei dieser besonders im Zentrum, führte Tomac aus.

„Kampf gegen Alkohol und Drogen“ soll fortgesetzt werden

Ebenjenen Kampf gegen Alkohol und Drogen am Steuer wolle man auch 2026 fortsetzen, führte Enrico Leitgeb, Leiter der Landesverkehrsabteilung, aus. Zuletzt sei die Zahl der durch Alkohol beeinträchtigten Personen im Straßenverkehr jedenfalls wieder gestiegen. „Wir haben im Jahr 2024 über 200.000 Alkoholtests durchgeführt, in 3.557 Fällen wurde eine entsprechende Beeinträchtigung festgestellt.“ 2024 seien etwas weniger, nämlich 3.454 Beeinträchtigungen festgestellt worden. Diese Zahl sei insgesamt signifikant, zumal Alkohol und Drogen auch 2025 auf Platz drei der Unfallursachen zu liegen kamen.

Verkehrslandesrat für Diskussion um Absenkung der Promillegrenze

„Wenn man trinkt, soll man kein Fahrzeug lenken“, betonte dazu Verkehrslandesrat Zumtobel grundsätzlich. Die nunmehr in der kommenden Novelle der Straßenverkehrsordnung verankerte 0,5-Promillegrenze auch für E-Scooter-Fahrer sei dafür „ein erster richtiger Schritt“, betonte Zumtobel. Derzeit gilt eine allgemeine Grenze von 0,5 Promille im Straßenverkehr, mit einigen Ausnahmen. Für die Dauer der Probezeit und bei den Führerscheinklassen C und D gilt beispielsweise eine Grenze von 0,1 Promille.

Man müsse das Thema, neben einer Diskussion um eine generelle Absenkung der 0,5-Promillegrenze jedenfalls noch breiter denken und dürfe es nicht nur auf den Straßenverkehr beschränken, hielt Zumtobel fest: „Es ist auch eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Alkohol und eine Sensibilisierung vonnöten.“

APA/UT24 

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