von lif 21.01.2026 12:27 Uhr

Digitalisierung und KI eröffnen neue Perspektiven für Landwirtschaft

Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz halten Einzug in Südtirols Höfe. Eine dreitägige Seminarreihe des Südtiroler Bauernbunds zeigte, wie diese Innovationen die Arbeit erleichtern können.

Bild: SBB

Die Landwirtschaft steht vor Aufgaben wie Klimawandel, Extremwetter, Ressourcenknappheit, steigende Kosten, Arbeitskräftemangel und hohe Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit. „Deshalb machen neue Technologien Sinn“, betonte Landesobmann Daniel Gasser vom Südtiroler Bauernbund (SBB). Drohnen, Sensoren und KI ersetzen die Bauern nicht, sondern unterstützen sie gezielt. Durch Daten zu Boden, Wetter, Pflanzen und Tieren lassen sich Maßnahmen genau dann und dort setzen, wo sie gebraucht werden.

Im Mittelpunkt steht die Präzisionslandwirtschaft. Wetterdaten, Pflanzenstatus und Standortinformationen werden verknüpft. So optimiert man Pflanzenschutz, Düngung, Bewässerung, Saat und Ernte. Das Ergebnis: höhere Erträge, bessere Qualität und weniger Verbrauch von Ressourcen.

Die Seminarreihe begann am NOI Techpark in Bozen, wo die Freie Universität Bozen, das Versuchszentrum Laimburg und der SBB-Abteilung Innovation & Energie zusammengearbeitet hat.

Sensoren und Drohnen liefern genaue Daten

Drohnen, Satelliten und Bodensensoren erfassen alles direkt auf dem Feld. Im Sensor System Technology Lab am NOI Techpark testet man Kameras und Sensoren, die Pflanzengesundheit, Blühstärke, Blattmasse, Fruchtbehang, Farbe und Größe analysieren. Andreas Pichler von Naturamon präsentierte ein System für digitale Ernteprognosen und Qualitätskontrolle.

Smarte Bewässerung und gezielter Pflanzenschutz

Ein Schwerpunkt liegt auf smarter Bewässerung. Sensoren messen Bodenfeuchte und Temperatur, Automatisierung sorgt für bedarfsgerechten Wassereinsatz, was gut für den Ressourcenschutz ist. Nährstoffsensoren zeigen, wann Dünger nötig ist. Sensoren reduzieren auch Abdrift bei Pflanzenschutzmitteln.

Drohnen spielen eine wachsende Rolle, etwa bei der Ausbringung von Mitteln oder der Überwachung von Kulturen. Digitale Fallen erkennen Schädlinge frühzeitig. Das spart Kosten und schont die Umwelt.

Innovationen aus 15 Jahren SBB-Arbeit

Seit 15 Jahren treibt die Abteilung Innovation & Energie des SBB den Fortschritt voran. „Jährlich beraten wir rund 150 Betriebe“, erklärt Leiter Matthias Bertagnolli. Aktuell läuft das Projekt INNOAlm: GPS-Tracker optimieren das Almmanagement, erkennen ungewöhnliche Bewegungen bei Tieren und verbessern Weide- und Herdenführung. Virtuelle Zäune (Geofencing) und Ultraschall-Herdenschutz stehen ebenfalls im Fokus.

Baumschnitt und Tierhaltung per KI erleichtern

Beim Baumschnitt hilft das Projekt „AI Pruning“. Kameras und 3D-Modelle berechnen den optimalen Schnitt und zeigen ihn auf Smartphone oder Datenbrille an. So können auch ungelernte Kräfte richtig schneiden.

Im Laimburg-Freilandlabor LIDO testet man Robotik, Düngung und Bewässerung. Virtual-Reality-Brillen können auch die Kalbgeburt simulieren, was die Teilnehmer am Valtnerhof in Vierschach selbst ausprobierten.

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