von ih 20.01.2026 12:55 Uhr

Gehen oder bleiben? Historisches Forschungsprojekt zu Migration

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Freien Universität Bozen und der WU Wien beleuchtet die Südtiroler Option von 1939, um besser zu verstehen, warum Menschen ihre Heimat verlassen oder bleiben. Die Ökonomen Steven Stillman und Martin Halla werten dazu mehr als 70.000 Optionsakten aus dem Staatsarchiv Bozen aus, die im Rahmen des damaligen Abkommens zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich entstanden sind.

Prof. Steven Stillman - Foto: unibz.

Die Unterlagen enthalten detaillierte Angaben zu Haushalten, Vermögen, Staatsbürgerschaft, Gesundheit und früheren Migrationserfahrungen sowie Informationen darüber, wer auswanderte oder später zurückkehrte. Im Projekt werden diese Quellen digitalisiert und systematisch analysiert.

Untersucht wird unter anderem, welche Rolle familiäre und nachbarschaftliche Netzwerke, Besitzverhältnisse, lokale Informationsstrukturen und administrative Einflüsse bei der Entscheidung spielten. Ziel ist es, aus diesem historischen „Migrations-Experiment“ neue Erkenntnisse über individuelle Entscheidungsprozesse zu gewinnen.

Neben der Frage nach Gehen oder Bleiben sollen auch die langfristigen wirtschaftlichen und politischen Folgen der Option erforscht werden, etwa in Bezug auf Einkommen, Wahlverhalten und regionale Entwicklung. Die digitalisierten Bestände sollen künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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