Südtiroler Landesregierung sieht keine akute Gefahr durch Wölfe

Angeblich keine Bedrohung
SVP-Landesrat Luis Walcher betont, dass die öffentliche Sicherheit für die Südtiroler Landesregierung oberste Priorität habe.
Aktuell gebe es keine Hinweise darauf, dass Wölfe systematisch in Wohngebiete vordringen oder eine konkrete Bedrohung für Menschen darstellen. Sichtungen in Siedlungsnähe würden vor allem mit den Wanderbewegungen junger Tiere in den Wintermonaten zusammenhängen. „Anlass zur Alarmierung besteht derzeit keiner“, so der zuständige Landesrat.
Für auffällige oder potenziell problematische Tiere stehe die sogenannte Großraubwildeinsatzgruppe bereit. Diese soll je nach Situation Maßnahmen wie Vergrämung oder – in letzter Konsequenz – Entnahmen durchführen. Als Beispiel nennt Walcher einen Einsatz in Toblach im Frühjahr 2025, bei dem ein Wolf erfolgreich vertrieben wurde.
„Dringender Handlungsbedarf“
Deutlich angespannter stellt sich laut Landesregierung die Lage für die Almwirtschaft dar. Wolfsrisse würden insbesondere in den Sommermonaten eine wachsende Belastung für die traditionelle Weidehaltung bedeuten.
Luis Walcher spricht in diesem Zusammenhang von „dringendem Handlungsbedarf“ und verweist auf Bestrebungen, weitere rechtlich geregelte Entnahmen zu ermöglichen, um Schäden an Nutztieren zu begrenzen. Im vergangenen Sommer sei erstmals auf Basis eines Entnahmedekrets des Landeshauptmanns ein Wolf offiziell entnommen worden.
Lücke bleibt bestehen
Während die Südtiroler Landesregierung betont, sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch den Fortbestand der Almwirtschaft im Blick zu haben, bleibt offen, wie rasch und in welchem Umfang künftig tatsächlich eingegriffen werden kann. Die Veröffentlichung aller Wolfsrisse und Sichtungen auf der Webseite des Amtes für Wildtiermanagement soll laut Walcher für Transparenz sorgen.
Kritiker aus der Landwirtschaft bemängeln jedoch seit Längerem, dass zwischen Beobachtung, Dokumentation und wirksamen Schutzmaßnahmen weiterhin eine Lücke besteht.






