Zweifel an Corona-Todeszahlen in Südtirol

Landesrat bestätigt Existenz von Dokument
Konkret geht es um ein Protokoll mit der Nummer 0039342-B, das im März 2020 von der damaligen Direktorin des Departments für Gesundheitsvorsorge im Südtiroler Sanitätsbetrieb, Dagmar Regele, sowie von Anna Maria Bassot, damals geschäftsführende Direktorin des Dienstes für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, versendet wurde. Darin wurden Hausärzte angewiesen, Todesfälle im häuslichen Bereich während der Pandemie, die auf Grippesyndrome oder bronchopulmonale Erkrankungen zurückgeführt wurden, als COVID-19-Infektionstodesfälle zu behandeln.
Bestätigt wurde die Existenz und der Inhalt des Dokuments inzwischen von Gesundheitslandesrat Hubert Messner (SVP). In dem Schreiben heißt es unter anderem, dass „unter Berücksichtigung der Epidemiezeit für Todesfälle zu Hause alle Todesfälle aufgrund von Grippesyndromen und bronchopulmonalen Pathologien als Infektionstodesfälle zu behandeln“ seien.
Zudem sollten positive Corona-Testergebnisse – sofern vorhanden – auf Interventionsblatt und Sterbeurkunde vermerkt werden, unabhängig davon, ob das Virus tatsächlich die Todesursache war.
Corona war eine „Test- und Papierpandemie“
Auch die Neue Südtiroler Tageszeitung berichtete über den Fall. Journalist Christoph Franceschini schrieb, damit werde deutlich, dass Todesfälle durch Grippe, Bronchialerkrankungen oder Lungenentzündung automatisch als Covid-19-Tote gezählt worden seien. Gleiches habe für Personen gegolten, die zwar positiv getestet worden waren, bei denen jedoch kein medizinischer Nachweis vorlag, dass sie an Covid-19 gestorben seien.
Jürgen Wirth Anderlan spricht in diesem Zusammenhang von einer „Test- und Papierpandemie“ und wirft den Behörden vor, Ärzte faktisch zu einer Verfälschung medizinischer Diagnosen angewiesen zu haben. Das Rundschreiben sei nicht nur an Hausärzte, sondern auch an die Führung des Sanitätsbetriebs und an die Landesnotrufzentrale gegangen.
Der Abgeordnete der Liste JWA kündigte in diesem Zusammenhang an, das Dokument sowohl im Corona-Untersuchungsausschuss als auch auf europäischer Ebene thematisieren zu wollen. Die EU-Kommission soll nun prüfen, ob und welche Konsequenzen sich aus den Vorwürfen ergeben.






