Pflegeausbildung in Tirol erreicht historischen Höchststand

Derzeit absolvieren rund 1.800 Studierende und Schüler ihre Ausbildung an der fh gesundheit sowie an den acht regionalen Gesundheits- und Krankenpflegeschulen. Weitere über 400 Schüler besuchen berufsbildende mittlere und höhere Schulen mit Pflegeschwerpunkt, mehr als 340 Personen befinden sich in einer Ausbildung im Bereich der Sozialbetreuung. Auffällig ist vor allem die Pflegelehre: Rund 125 Lehrlinge haben sich bereits für diesen Weg entschieden – mehr als in allen anderen Bundesländern zusammen.
Mehr Geld für Auszubildende ab 2026
Ein zentraler Faktor für den anhaltenden Erfolg ist die finanzielle Unterstützung während der Ausbildung. Seit September 2022 erhalten Pflegeauszubildende bundesweit einen monatlichen Ausbildungsbeitrag in Höhe von 600 Euro. Auf Antrag von Cornelia Hagele wird dieser Betrag rückwirkend mit 1. Jänner 2026 auf 658,40 Euro erhöht.
„Mit der Erhöhung des Ausbildungsbeitrages setzen wir ein klares Zeichen für die Attraktivität und Zugänglichkeit der Pflegeausbildung“, betont Hagele. Der monatliche Zuschuss wird während der gesamten Ausbildungsdauer an Studierende sowie an Schüler in der Gesundheits- und Krankenpflege und in den Fach- und Diplom-Sozialbetreuungsberufen ausbezahlt und soll finanzielle Sicherheit schaffen.
Unterstützung auch über bundesweite Modelle hinaus
Das Land Tirol setzt zudem gezielt dort an, wo bundesweite Förderungen nicht greifen. Für Auszubildende, die vor dem 1. September 2022 mit ihrer Ausbildung begonnen haben und keinen Anspruch auf den bundesweiten Beitrag hatten, wurde eine landesseitige Übergangslösung geschaffen. Über die Verlängerung des Tiroler Pflegestipendiums PLUS konnten 33 Personen bis zu ihrem Ausbildungsabschluss unterstützt werden.
Seit 2024 wurde außerdem der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert. Nun erhalten auch alle Auszubildenden in Sozialbetreuungsberufen mit den Schwerpunkten Altenarbeit, Behindertenarbeit, Familienarbeit und Behindertenbegleitung einen Ausbildungsbeitrag – unabhängig von einer zusätzlichen Pflegeassistenz-Ausbildung. Ausgenommen sind lediglich Personen, die bereits durch das Pflegestipendium des AMS Tirol unterstützt werden.
Zusätzlich fördert das Land Tirol seit vielen Jahren die Implacementstiftung „Pflegestiftung Tirol“ der amg-tirol. Über diese erhalten arbeitssuchende Personen seit 2002 während ihrer Ausbildung im Pflege- und Sozialbetreuungsbereich umfassende Unterstützung.
20 Ausbildungsstandorte im ganzen Land
Insgesamt stehen in Tirol 20 wohnortnahe Ausbildungsstandorte zur Verfügung. Das Angebot reicht von der Pflegelehre mit Berufseinstieg direkt nach der Pflichtschule über berufsbildende Schulen mit Pflegeschwerpunkt bis hin zu Fachhochschulstudiengängen. Ein Einstieg in den Pflegeberuf ist bereits ab 14 oder 15 Jahren möglich.
„Die steigenden Ausbildungszahlen zeigen deutlich, dass Pflegeberufe attraktiver denn je sind“, so Hagele. Neben der Ausbildung bietet das Tiroler Pflegesystem auch umfangreiche Weiterbildungs- und Karrierechancen, darunter Spezialisierungen für diplomierte Pflegekräfte sowie verkürzte Ausbildungswege.






