Babinsky rast in Wengen erstmals aufs Weltcup-Podest

Der vierfache Wengen-Sieger Marco Odermatt, Raphael Haaser und Ryan Cochran-Siegle folgten auf den Plätzen vier bis sechs. Am Tag vor der traditionellen Lauberhorn-Abfahrt war Wengen-Liebhaber Vincent Kriechmayr als Zwölfter von einer weiteren Sternstunde weit entfernt. In Kriechmayrs Region landeten auch Daniel Hemetsberger und Lukas Feurstein.
Der "Testpilot" setzt sich durch
Das grüne Licht des Führenden bekam am Freitag nur Franzoni zu sehen. Der Mann mit der Startnummer 1 – im Super-G oft ein Testpilot – meisterte die zahlreichen Schlüsselstellen am Lauberhorn vermeintlich problemlos. An seine Zeit im letzten Sektor kam niemand heran. „So clean, so easy“, klopfte Odermatt dem Italiener im Zielraum anerkennend auf die Schulter. Auch Feurstein gratulierte dem Sieger zu einem „super Job mit Startnummer eins“.
Dieser gestand prompt: „Es war stressig.“ Zwei Jahre zuvor war Franzoni im Canadian Corner noch schwer gestürzt, nun glaubte der dreifache Junioren-Weltmeister ausgerechnet in dieser Passage das Rennen gewonnen zu haben und dachte im ORF-Interview an „Schicksal“. „Wenn du das Vertrauen hast, kann auch manchmal etwas Unglaubliches passieren.“
Haaser und Odermatt scheitern im Kernen-S
Einmal mehr erwies sich das Kernen-S als Schlüsselstelle. Haaser etwa monierte an dieser einzigartigen Rechts-Links-Kombination im Weltcup acht Zehntel liegengelassen zu haben. „Das ist nicht akzeptabel. Da bin ich einfach nicht gut Skigefahren.“ Auch Odermatt kassierte dort seinen entscheidenden Zeitrückstand. „Eine Stelle, da kann ich normal ein bisschen Zeit ausbauen. Heute habe ich versucht, noch ein bisschen länger zu warten. Es war einfach zu viel.“ Kriechmayr konnte den Schwung nach einer ambitionierten Fahrt im oberen Teil ebenfalls nicht weiter tragen. „Den Canadian-Corner wie im Training vergeigt. Dann war überall der Wurm drin. Ein bescheidener Tag.“
„Ich habe es ganz gut umgesetzt“, sagte Babinsky. Er ärgerte sich aber über ein anderes „S“. „Ich habe das Ziel-S nicht ganz nach Plan durchgezogen.“ Auf der pickelharten Piste war das Tempo extrem hoch. „Es ist ein irrsinniger Kampf von oben bis unten. Man muss eine Überzeugung haben, das macht es aus“, sagte Babinsky. Von den Fahrern mit höheren Nummern kam keine Gefahr, denn die Sicht am Lauberhorn wurde mit Fortdauer immer düsterer.
Der erst 24-jährige Franzoni gehört damit auch in der Abfahrt am Samstag zu den großen Favoriten. Wobei etwa Kriechmayr relativierte: „Morgen ist noch einmal eine andere Hausnummer. Da gibt es Leute wie Von Allmen oder Odermatt, die die letzten Jahre immer schnell waren. Aber was er heute abgeliefert hat, war herausragend.“
apa






