Philipp Burger trifft auf Gregor Gysi

Teils heftige Reaktionen auf Gespräch
Die Ankündigung des Treffens zwischen dem Südtiroler Deutschrocker und dem prominenten Linkspolitiker hat in den sozialen Netzwerken für teils heftige Reaktionen gesorgt – auch innerhalb der Frei.Wild-Fangemeinde. Während einige den Dialog begrüßen, äußern andere deutliche Vorbehalte und stellen infrage, ob ein solches Gespräch sinnvoll oder richtig sei.
Die Band reagierte darauf mit einer ausführlichen Stellungnahme und betonte die Bedeutung des Austauschs über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg. Wörtlich heißt es: „Die sehr unterschiedlichen Reaktionen in den Kommentaren – ob Gespräche wie dieses mit Gregor Gysi sinnvoll oder falsch sind – zeigen vor allem eines: wie wichtig es ist, sie zu führen.“
Zugleich wird von Frei.Wild klargestellt, in welcher Rolle Philipp Burger an der Veranstaltung teilnimmt: „Philipp ist hier weder Interviewer noch Funktionsträger, sondern ein eingeladener Gesprächsgast, der für eine Anreisekostenpauschale Platz nimmt – aus einem einfachen Grund: weil er neugierig ist, Lust auf Austausch hat und bereit ist, über seine eigenen Erfahrungen und die von Frei.Wild zu sprechen.“
„Jeder spricht für sich selbst, nicht für sein Gegenüber“
Vor dem Hintergrund der langjährigen Kontroversen rund um die Band erklären Frei.Wild weiter: „Als Band, über die seit vielen Jahren Mythen, Märchen und Müll verbreitet werden, finden wir solche Begegnungen besonders spannend. Warum sollten Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Prägungen, Fehlern, Wegen und Sichtweisen nicht miteinander sprechen?“
Ein zentraler Punkt der Stellungnahme lautet: „In Gesprächen bleibt eines immer gleich – und das sollten wir endlich alle begreifen: Jeder spricht für sich selbst, nicht für sein Gegenüber. Würden wir das wieder verstehen, könnten viele Ängste und Mauern fallen.“ Diese Haltung sei Teil der Identität der Band und finde sich auch in Burgers Autobiografie „Freiheit mit Narben“ wieder. Dort heißt es: „Wir sollten mehr miteinander statt immer nur übereinander sprechen.“
Ergänzend betont die Südtiroler Band: „Niemand sollte für sich selbst Dinge einfordern, die er anderen nicht ebenso zugesteht.“
Frei.Wild sehen Gespräch als Chance
Das Gespräch mit Gregor Gysi wird von Frei.Wild zudem als Chance gesehen, Vorurteile abzubauen: „Wir sehen dieses Gespräch auch als mögliche Brücke: Durch Gysis Bereitschaft – und ja, auch durch sein persönliches Risiko, sich damit Ärger einzuhandeln – könnten Menschen ihre Vorbehalte überdenken und sich vielleicht erstmals auf Augenhöhe, normal und ohne Vorurteile mit uns beschäftigen. Am Ende auch mit euch, der Frei.Wild-Familie. Zumal ihr nicht selten ähnliche Methoden erlebt wie wir.“
Abschließend richtet sich die Südtiroler Band an ihre Anhänger: „Wenn ihr beim Gespräch dabei sein und mentale Unterstützung geben wollt, wäre das stark. Einfach wird es wahrscheinlich nicht. Aber bestimmt spannend.“






