von ih 13.01.2026 18:29 Uhr

Ehemalige Polizeiinformanten importieren kiloweise Kokain

Die Geschichte klingt abenteuerlich: Ehemalige Informanten der heimischen Polizei, insbesondere der Salzburger haben zumindest deutlich mehr als 100 Kilo Kokain ins Land gebracht und gewinnbringend verkauft. Die Ermittlungen gegen sie versuchten sie durch Informationen in bestimmte Richtungen zu lenken. Umsonst, denn das Bundeskriminalamt und das Bezirkspolizeikommando Braunau am Inn legten der Gruppe das Handwerk. Vier zentrale Köpfe wurden am Montagabend verurteilt.

APA/THEMENBILD

Wie am Dienstag bei einem Hintergrundgespräch im Bundeskriminalamt zu erfahren war, sind 15 Beteiligte in Haft oder wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Gegen 58 weitere wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, vier Verdächtige werden mit internationalen Haftbefehlen gesucht.

Als zentrale Köpfe galten ein 37-jähriger Salzburger und ein 31-jähriger, in Salzburg wohnhafter syrischer Staatsbürger kurdischer Abstammung, der hochpreisige Autos verlieh. Beide wurden am Montag verurteilt. Weil mehrere Mitglieder der Gruppe ehemalige Verbindungsleute der Polizei sind – sie wurden mittlerweile aufgrund von Verurteilungen oder auch mangelnder Qualität ihrer Informationen gesperrt -, wurde die Ermittlung „Operation Duplex“ getauft.

Anschlag auf Wagen in Braunau brachte Fall ins Rollen

Die Untersuchung startete im April 2024 in Braunau: Auf den hochpreisigen Wagen eines rumänischen Sportwagenhändlers wurde ein Anschlag verübt. Die Kriminalermittler des örtlichen Bezirkspolizeikommandos fanden über die Videoüberwachung einer Tankstelle heraus, dass die Täter ihr Fluchtauto, einen extrem teuren Mercedes, bei der Tankstelle geparkt hatten.

Das Kennzeichen sahen sie nicht, aber die Seltenheit des Modells brachte sie dennoch auf die Fährte des 31-Jährigen, der in Szenekreisen nach dem früheren Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Yassir Arafat, den Spitznamen „Arafat“ trug.

apa

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