von ih 13.01.2026 15:44 Uhr

„Grund allen Übels“: Zeitzeugenkritik an der Rolle von Dr. Roland Riz

Zum Tod des SVP-Abgeordneten und Rechtsanwalts Roland Riz erinnert der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang, an eine kritische Passage aus den Lebenserinnerungen des Freiheitskämpfers und früheren SHB-Obmanns Sepp Mitterhofer.

Roland Riz - Foto: SVP

Das sagte ein Freiheitskämpfer über Roland Riz

In seinem Buch „… Es blieb kein anderer Weg …“, das im April 2000 erschienen ist und ein Geleitwort des damaligen Landesrates Bruno Hosp trägt, schildert Freiheitskämpfer Sepp Mitterhofer auf Seite 323 die juristische Aufarbeitung des ersten Mailänder Sprengstoffprozesses.

Insgesamt dreizehn Rechtsanwälte waren damals mit der Verteidigung der Angeklagten betraut. Über das Südtirolreferat der Tiroler Landesregierung erhielten sie für jeden Mandanten 1.350.000 Lire sowie 20.000 Lire pro Aufenthaltstag in Mailand. Insgesamt beliefen sich die Honorare auf 62.645.000 Lire, wovon 5.580.000 Lire auf Roland Riz entfielen.

Mitterhofer, der selbst zu den Angeklagten gehörte und in Mailand zu elf Jahren und elf Monaten Haft verurteilt wurde, äußert sich in seinem Buch kritisch über das Auftreten von Riz als Verteidiger. Wörtlich schreibt er, dass Rechtsanwalt Roland Riz in seiner Verteidigungsrede „niemals ein Wort zum Südtirol-Problem – Grund allen Übels – verloren“ habe.

Riz-Strategie hätte schwere Folgen gehabt

Nach Ansicht Mitterhofers hätte eine solche Strategie, wäre sie von allen Verteidigern verfolgt worden, schwerwiegende Folgen gehabt: Die politische Dimension des Widerstandes wäre verschwiegen worden, und die Angeklagten wären als gewöhnliche Kriminelle verurteilt worden.

Mit diesem Hinweis wolle man, so Roland Lang, an einen Aspekt der damaligen Prozesse erinnern, der aus Sicht des Südtiroler Heimatbundes von zentraler historischer und politischer Bedeutung ist.

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