von lif 08.01.2026 16:43 Uhr

Tourismus in den Dolomiten: Fortschritte mit offenen Fragen

Die Dolomiten sind als UNESCO-Weltnaturerbe ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Immer mehr Besucher stellen Betreiber und Naturschützer vor die Frage, wie der Tourismus umweltverträglich bleiben kann. 

Südtirol ist bei Touristen nach wie vor beliebt - Foto: LPA

In Südtirols Tälern wie Gröden, Alta Badia und den Sextner Dolomiten laufen zahlreiche Projekte für mehr Nachhaltigkeit. Dolomiti Superski, das größte Skikarussell der Welt, hat mit „DS Responsibility“ ein Programm gestartet, das CO₂-Emissionen misst und reduziert. Viele Gebiete setzen auf erneuerbare Energien, effiziente Schneeanlagen und Hybrid-Fahrzeuge. Laut den Betreibern sollen so Ressourcen geschont werden.

In Alta Badia gibt es einen eigenen Klimaplan. Shuttle-Busse und Apps lenken Besucherströme, um Staus und Abgase zu verringern. Das Tal hat als eines der ersten in Südtirol das GSTC-Zertifikat für nachhaltigen Tourismus erhalten, basierend auf internationalen Kriterien für Umwelt, Soziales und Wirtschaft. 

Gröden setzt ebenfalls auf Zertifizierungen und regionale Verantwortung. Wanderwege werden gepflegt, Müllsammelaktionen organisiert. In den Sextner Dolomiten rund um die Drei Zinnen gelten seit 2025 strengere Regeln: Buchungspflicht für Parkplätze und mehr grüne Mobilität, um die empfindliche Natur zu schützen.

Südtirol insgesamt hat ein eigenes Nachhaltigkeitslabel für Unterkünfte und eine Beobachtungsstelle bei Eurac Research. Projekte wie „Vireo on Tour“ von 2025 bis 2026 sollen den Tourismus ökologischer machen.

Kritische Stimmen werden lauter

Doch nicht alle sind zufrieden. Umweltverbände kritisieren den Overtourism. In beliebten Gebieten häufen sich Müll, Lärm und Abnutzung der Wege. Schneekanonen verbrauchen viel Wasser und Energie, ein Problem bei schwindendem Naturschnee. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz warnt, dass neue Seilbahnen das Problem oft verschärfen statt lösen. Auch Einheimische, etwa Bauern in Gröden, protestieren gegen die Belastung. 

Die Dolomiten leben vom Tourismus, aber auch von ihrer einzigartigen Natur. Viele Initiativen zeigen, dass Fortschritte möglich sind. Mit Zertifizierungen, besserer Mobilität und Bewusstsein. Dennoch braucht es weiterhin Dialog zwischen Betreibern, Bewohnern und Naturschützern. Nur so bleibt  Südtirol ein Ort, den wir stolz an die nächsten Generationen weitergeben können. Die Schönheit der Berge verdient Schutz, damit sie auch morgen noch so beeindruckend sind wie heute.

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