von ih 05.01.2026 11:33 Uhr

Südtirol investiert stärker in Kinder- und Jugendhilfe

Wenn Eltern zeitweise oder dauerhaft nicht in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen, springen in Südtirol spezialisierte Einrichtungen ein. Sie bieten Minderjährigen Schutz, Betreuung und Perspektiven in schwierigen Lebenssituationen. Um diese wichtige Arbeit langfristig abzusichern, hat die Südtiroler Landesregierung Ende Dezember die Tages- und Stundensätze für stationäre und teilstationäre Einrichtungen für Minderjährige angepasst.

Symbolbild von Aernout Bouwman auf Pixabay

Konkret wurden die Beiträge an die Trägerorganisationen inflationsbedingt um 1,7 Prozent erhöht. Zusätzlich steigt der Prozentsatz für die Kosten des Nachtpersonals, wie es das neue Bereichsabkommen vom Herbst 2025 vorsieht. Deutlich stärker fällt die Anpassung beim Dienst „Betreutes Wohnen“ aus: Hier wurde der Landesbeitrag um 6,8 Prozent angehoben, um den gestiegenen Betriebskosten besser Rechnung zu tragen.

„Die Einrichtungen für Minderjährige erbringen tagtäglich einen unersetzbaren Dienst, da sie ein unterstützendes und fürsorgliches Umfeld für Kinder und Jugendliche schaffen“, betont Landesrätin Rosmarie Pamer. Die neuen Sätze seien ein wichtiger Schritt, um die Qualität dieser Angebote zu sichern.

In Südtirol gibt es mehrere Formen von Einrichtungen zum Schutz von Minderjährigen: Wohngemeinschaften, den Dienst „Betreutes Wohnen“ sowie Tagesstätten. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 236 Kinder und Jugendliche von den Sozialdiensten begleitet.

Eine zentrale Rolle spielen die 18 Wohngemeinschaften mit insgesamt 149 Plätzen. Dort erhalten Minderjährige nicht nur eine Wohnmöglichkeit, sondern auch sozialpädagogische und teilweise therapeutische Unterstützung. Im vergangenen Jahr wurden in diesen Einrichtungen 121 Kinder und Jugendliche betreut. Ergänzt wird das Angebot durch den Dienst „Begleitetes Wohnen“, der gezielt die Selbstständigkeit junger Menschen fördert. 2024 nahmen 31 Minderjährige dieses Angebot in Anspruch; landesweit stehen dafür 43 Plätze in 16 Diensten zur Verfügung. Beide Angebote sind auf eine zeitlich begrenzte Aufnahme ausgelegt, meist für weniger als ein Jahr, und richten sich an Kinder und Jugendliche, die im familiären oder sozialen Umfeld gefährdet sind.

Daneben gibt es acht Tagesstätten mit insgesamt 95 Plätzen. Hier erfolgt die Betreuung ausschließlich tagsüber, mit einem Schwerpunkt auf sozialer Integration und der Entwicklung sozialer Kompetenzen – häufig unter Einbeziehung der Familien. Im Jahr 2024 nutzten 84 Kinder und Jugendliche dieses Angebot.

Für den gesamten Bereich stellt das Land Südtirol fast 25 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der Anpassung der Fördersätze soll sichergestellt werden, dass die Einrichtungen auch künftig stabile Rahmenbedingungen haben, um Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen verlässlich zu begleiten.

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