Trotz Job nicht über die Runden kommen: Scharfe Kritik an Tiroler Sozialpolitik

Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider spricht von jahrelangem politischen Versagen. Tirol sei seit jeher ein Hochpreisland, doch wenn Menschen trotz Arbeit nicht mehr über die Runden kommen, reiche der soziale Schutz offensichtlich nicht mehr aus. Besonders kritisch sieht sie die zunehmende Erwerbsarmut: Vollzeitbeschäftigte könnten sich Wohnen, Energie und Lebensmittel oft kaum noch leisten, was das Vertrauen in die Politik massiv beschädige.
Kosten explodieren, soziale Sicherheit schrumpft
Steigende Mieten, hohe Energiepreise, gedeckelte oder gekürzte Sozialleistungen und ein massiver Mangel an leistbarem Wohnraum verschärfen die Situation weiter. Anstatt entschieden gegenzusteuern, würden die Probleme aus Sicht der Liste Fritz lediglich verwaltet oder kleingeredet. Wenn Förderungen nicht valorisiert werden, während die Lebenshaltungskosten steigen, sei das eine Kürzung durch die Hintertür. Haselwanter-Schneider kritisiert, dass ein „Sparen im System“ letztlich immer die Menschen treffe und vor allem Politik für Privilegierte sei. Wer im sozialen Bereich spare, fördere Abhängigkeit, Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit.
Forderung nach radikalem Kurswechsel
Die Liste Fritz verlangt daher einen grundlegenden Richtungswechsel in der Sozialpolitik. Tirol brauche armutsfeste soziale Sicherungssysteme statt restriktiver Maßnahmen. Zentrale Hebel gegen Erwerbsarmut seien faire Löhne und leistbares Wohnen, insbesondere durch öffentlichen Wohnbau statt Bodenspekulation. Zusätzlich fordert die Partei gezielte Unterstützung für besonders gefährdete Gruppen wie Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen. Seit 2008 mache die Liste Fritz auf Kinderarmut und Armut insgesamt aufmerksam – bislang ohne Erfolg. Unabhängig von der jeweiligen Regierungsfarbe sei Armut nie Priorität gewesen. Für Haselwanter-Schneider ist klar: Tirol kann und muss es besser machen, denn Armut bedeute mehr soziale Spaltung und weniger Zusammenhalt.






