„Deutsche Schule braucht Taten statt Floskeln“

Dr. Josef Noldin organisierte in den 1920er-Jahren gemeinsam mit zahlreichen Mitstreitern geheime Notschulen, nachdem das faschistische Regime den deutschen Unterricht verboten hatte. Nach seiner Entdeckung wurde er auf die italienische Gefängnisinsel Lipari verbannt. Schwer erkrankt kehrte er nach Südtirol zurück, wo er 1929 im Alter von nur 41 Jahren starb. Zeitungen durften damals nicht über seinen Tod berichten; selbst an seinem Grab war die deutsche Sprache untersagt.
„Sein Erbe ist Verpflichtung und steht heute unter Druck“, betont Stefan Zelger von der Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit. Besonders in den Städten und im Unterland seien deutsche Klassen zunehmend belastet. „Wenn in deutschen Schulklassen kaum noch ein Kind Deutsch spricht, läuft etwas schief. Wie soll Unterricht funktionieren, wenn viele Kinder kein einziges Wort verstehen?“, fragt Zelger.
„SVP-Vorschläge reichen nicht aus“
Die von der Südtiroler Volkspartei (SVP) präsentierten Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Schule reichen aus Sicht der Süd-Tiroler Freiheit nicht aus.
Gefordert werden unter anderem verpflichtende Sprachüberprüfungen vor der Einschulung, Intensivkurse für Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen sowie Obergrenzen für fremdsprachige Schüler pro Klasse.
Mit einem deutlichen Appell richtet sich die Bezirksgruppe an die Landesregierung: „Trefft endlich die nötigen Maßnahmen, um die deutsche Schule zu erhalten! Das ist der Auftrag der Katakombenlehrer an uns – und unsere Pflicht gegenüber den kommenden Generationen.“






