Sven Knoll wirft Landesregierung „gefährliche Visionslosigkeit“ vor

Autonomie: „Rückschritt statt Fortschritt“
Besonders scharf kritisiert Sven Knoll Änderungen im Bereich der Autonomie. Die Aufweichung der Ansässigkeitsklausel sowie neue Regelungen zur Zusammensetzung von Landesregierung und Gemeindeausschüssen seien ein „Rückschritt“ und eine unnötige Abgabe wichtiger Minderheitenrechte – zugunsten der italienischen Bevölkerung.
Vor allem die aus seiner Sicht fehlende Zukunftsvision für Südtirol und das Nicht-Erwähnen zentraler volkstumspolitischer Fragen wertet der Abgeordnete als Signal: „Für Kompatscher ist der Verbleib bei Italien längst verinnerlicht“, sagt Knoll.
Sozialpolitik: Rekordhaushalt ohne Entlastungen
Obwohl der Haushalt laut Knoll so groß sei wie nie zuvor, würden die Südtiroler kaum entlastet. Immer mehr Menschen könnten sich Leben und Wohnen nicht leisten.
Gelder würden „in fragwürdige Prestigeprojekte“ fließen – etwa teure Kreisverkehrsinstallationen oder prunkvolle Bauten ohne konkreten Nutzen.
Gesundheitswesen: „Faktische Zweiklassenmedizin“
Sven Knoll sieht im Gesundheitssektor eine gefährliche Entwicklung: Wer privat zahle, erhalte rasch Hilfe, während andere monatelang warten müssten. Zugleich verschärften Abwanderung von Fachkräften und zunehmende Sprachbarrieren die Situation.
„Viele Einheimische wandern ab, während Zuwanderer die deutschen Sprachkenntnisse in den Einrichtungen schwächen – und die Südtiroler Landesregierung sieht tatenlos zu“, kritisiert er.
Wohnraum: Einheimische benachteiligt
Auch in der Wohnbaupolitik sieht Knoll Fehlentwicklungen. Gratis-Wohnungen für ausländische Familien seien „unverständlich“, während junge einheimische Familien unzufrieden zurückblieben.
Das Problem sei nicht allein durch mehr Baufläche zu lösen; es brauche neue Instrumente und eine Priorisierung der einheimischen Bevölkerung.
Europaregion Tirol: Fehlender Gestaltungswille
Zahlreiche Projekte, die Kompatscher als politische Erfolge anführt, seien laut Knoll ursprünglich Initiativen der Süd-Tiroler Freiheit – etwa der Euregio-Wetterbericht oder die grenzüberschreitende Jobbörse.
Eine echte Vision für die Weiterentwicklung der Europaregion fehle aber. Knoll fordert einen graduellen „Abbau“ des Brenners und eine stärkere Zusammenführung Tirols.
Schule: Sprachliche Herausforderungen ignoriert
Mit Sorge blickt Sven Knoll auf den wachsenden Anteil fremdsprachiger Schüler an deutschen Schulen. Der Landeshauptmann verschweige die daraus entstehenden Probleme.
Er fordert gezielte Förderklassen, in denen Kinder ohne Deutschkenntnisse zunächst intensiv Sprache lernen sollen, um die Funktionsfähigkeit der deutschen Schulen zu sichern.
Abwanderung: „Alarmierende Entwicklung“
Jährlich würden rund 800 Personen mehr in deutschsprachige Nachbarländer abwandern, als zurückkehren oder neu zuziehen. Gleichzeitig nehme die Zuwanderung aus Italien und anderen Staaten deutlich zu.
Diese Verschiebung sei „wirtschaftlich, kulturell und autonomiepolitisch hochproblematisch“. Eine Regierung ohne Zukunfts- und Integrationsplan verschärfe die Lage noch weiter.
Sicherheit: „Südtirol ist nicht mehr sicher“
In der Sicherheitslage ortet Knoll einen weiteren blinden Fleck des Landeshauptmanns.
Sorgen der Bevölkerung würden kleingeredet, konkrete Maßnahmen fehlten. Er fordert konsequentere Strafverfolgung und die Abschiebung krimineller Ausländer.
Energie: Ausbau ohne Wirkung
Der Ausbau lokaler Energieproduktion bringe den Bürgern nichts, solange Südtirol an staatliche Energiepreise gebunden sei.
Sven Knoll verlangt eine eigene Preisregulierungsbehörde, um lokale Vorteile tatsächlich nutzen zu können.
Tourismus und Verkehr: Belastungen ausgeblendet
Auch die massiven Verkehrsbelastungen durch Brennerautobahn und Tourismus bleiben laut Knoll in der Haushaltsrede unerwähnt.
Die Bevölkerung leide unter Staus und zunehmender Belastung – Lösungen bleibe Kompatscher schuldig.
„Südtirol braucht Mut und Visionen“
Insgesamt zeigt die Haushaltsrede aus Sicht Knolls ein Land im Stillstand. Wachsende Unzufriedenheit und steigende Abwanderung belegten, dass die Regierung an der Lebensrealität der Menschen vorbeiregiere.
„Südtirol braucht endlich eine Politik, die die einheimische Bevölkerung wieder in den Mittelpunkt rückt, Zukunftsthemen anpackt und konkrete Lösungen anbietet“, so Knoll abschließend.






