von ih 26.11.2025 14:54 Uhr

SVP im freien Fall: Wie viele Wähler bleiben 2028 noch übrig?

Das politische Edelweiß verliert weiter an Strahlkraft in Südtirol. Seit 2008 kennt der Stimmenanteil der Südtiroler Volkspartei nur eine Richtung: nach unten. Damals holte die SVP noch über 48 Prozent – beinahe die Hälfte aller Stimmen. Fünfzehn Jahre später, bei der Landtagswahl 2023, blieb davon nur noch ein Rest von 34,5 Prozent übrig. Ein historischer Tiefpunkt, der selbst altgediente Parteigrößen erschaudern ließ. Doch was passiert, wenn diese Stimmenverluste sich bis 2028 weiter fortsetzen? Eine Analyse.

SVP-Sitz in der Brennerstraße in Bozen (Bild: UT24/su)

SVP könnte auf unter 30 Prozent rutschen

Wenn sich der Abwärtstrend der SVP bis 2028 ungebremst fortsetzt, könnte die einstige Sammelpartei der Südtiroler bis zur nächsten Wahl im Jahr 2028 sogar unter die magische 30-Prozent-Marke rutschen.

Verschiedene Beobachter rechnen schon jetzt damit, dass der SVP in den kommenden Jahren weitere vier bis fünf Prozentpunkte verloren gehen könnten – ein Minus, das in absoluten Zahlen rund 20.000 Stimmen und mehr bedeuten würde. Für eine Partei, die über Jahrzehnte als unangefochtene Volkspartei galt, wäre das ein politisches Erdbeben.

Wähler sterben weg oder wenden sich ab

Selbst parteiinterne Analysten sprechen längst von einer strukturellen Erosion. Immer mehr Wähler wenden sich ab, manche frustriert, andere auf der Suche nach Alternativen, die klarer, moderner oder patriotischer auftreten.

Auch sterben der SVP die Wähler regelrecht weg, was selbst Landesrätin Rosmarie Pamer in einem Podcast zugeben musste. Viele Fragen stehen deshalb im Raum: Hat sich die SVP zu weit von ihren traditionellen Wählern entfernt? Ist der Rückgang Ausdruck einer wachsenden Politikverdrossenheit? Oder reagiert das Land schlicht auf gesellschaftliche Veränderungen, die an der Parteispitze zu spät erkannt wurden?

Fest steht: Die SVP steht in den nächsten Jahren vor der vielleicht schwierigsten Phase ihrer Geschichte. Erstmals droht ihr nicht nur die symbolische Niederlage eines weiteren Stimmenverlusts, sondern ein tiefgreifender Identitätsbruch. Sollte die Partei 2028 tatsächlich unter 30 Prozent landen, wäre das mehr als ein Warnsignal – es wäre ein politisches Fanal, das die Machtverhältnisse in Südtirol dauerhaft erschüttern könnte.

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