Deutsche Muttersprache schützen und stärken

Konsequente Durchsetzung der Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst
Laut einer Pressemitteilung werde immer wieder das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache verletzt, während die italienische Sprache in vielen Bereichen überwiege. Beschwerden über Bedienstete, die nicht ausreichend Deutsch sprechen – etwa im Gesundheitswesen, bei Post und Bahn oder in Landes- und Staatsämtern – nehmen zu.
Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Hannes Rabensteiner, will dieser Entwicklung entgegenwirken und legt im Landtag ein breites Maßnahmenpaket vor. Vorgesehen sind verpflichtende Sprachprüfungen für Bedienstete, die ihr Sprachzertifikat nicht in Südtirol erworben haben, und zwar als Voraussetzung für den Bezug der Zweisprachigkeitszulage. Zudem sollen berufsbegleitende Sprachkurse, ein Sprachmentorensystem sowie eine klare Kennzeichnung des Zweisprachigkeitsniveaus im Bürgerkontakt eingeführt werden.
Alle Zweisprachigkeitsnachweise im öffentlichen Dienst sollen rückwirkend überprüft werden. Bei Unregelmäßigkeiten sieht der Antrag Sanktionen und Anzeigen vor. Rabensteiner betont, dass Verstöße gegen das Recht auf Gebrauch der Muttersprache nicht nur das Autonomiestatut missachten, sondern auch Respektlosigkeit gegenüber den Bürgern darstellen. Der Gebrauch der deutschen Sprache soll im Dienstalltag aktiv gefördert und die Gleichwertigkeit der beiden Landessprachen in internen Abläufen ausdrücklich verankert werden.
Personalgewinnung, Sprachförderung und Informationsarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt des Antrags liegt auf der gezielten Gewinnung deutschsprachiger Fachkräfte für den öffentlichen Dienst. Der Zugang zu Praktika soll erleichtert und verstärkte Personalwerbung in Schulen, Hochschulen sowie im gesamten deutschen Sprachraum betrieben werden. Auch soll geprüft werden, ob eine eigene Ausbildungsstruktur geschaffen werden kann, die neben fachlichen Kompetenzen besonders die Landessprachen in den Mittelpunkt stellt.
Zusätzlich sollen Pflichtschulen beim Erlernen der ersten Fremdsprache unterstützt werden. Lehrkräfte sollen gezielt fortgebildet werden, und motivierende Projekte sollen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur jeweils anderen Landessprache erleichtern.
Eine Informationskampagne unter dem Motto „Muttersprache ist Identität – Identität ist Minderheitenschutz“ soll deutsch- und ladinischsprachige Bürger motivieren, ihr Recht aktiv wahrzunehmen. Gleichzeitig soll die Beschwerdestelle für Sprachverstöße stärker bekannt gemacht werden.
Rabensteiner appelliert an den Landtag, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu unterstützen: Das Recht auf Muttersprache müsse garantiert und die gelebte Zweisprachigkeit endlich wirksam sichergestellt werden.






