Zehn Jahre Preissteigerungen: So hat sich Südtirol verändert

Der Wohnungsmarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren am stärksten verteuert. Laut ASTAT lagen die Mietpreise in Bozen im Jahr 2018 bei rund elf bis 14 Euro pro Quadratmeter. 2022 waren es bereits 11,4 bis 14,8 Euro und im Herbst 2025 lag der Durchschnitt laut Immobilienportalen bei rund 14,5 Euro pro Quadratmeter.
Auch die Kaufpreise sind stark gestiegen. 2018 kostete ein Quadratmeter in Bozen laut ASTAT rund 3.900 bis 5.100 Euro. 2025 lag der Durchschnitt laut aktuellen Marktberichten bereits bei fast 5.000 Euro. Damit ist Wohnen heute deutlich teurer als noch vor zehn Jahren.
Lebensmittelpreise steigen seit Jahren
Auch beim täglichen Einkauf zeigt sich eine Entwicklung. 2015 stiegen die Lebensmittelpreise in Südtirol laut ASTAT noch moderat um etwa 1,7 Prozent. In den Jahren bis 2020 waren es durchschnittlich rund zwei Prozent pro Jahr. Mit der weltweiten Teuerungswelle kam 2023 jedoch ein kräftiger Sprung. Laut ASTAT verteuerten sich Lebensmittel um gut zehn Prozent. 2024 beruhigte sich die Lage wieder etwas und die Preise stiegen um rund zwei Prozent. Trotz dieser Entspannung liegen die Lebensmittelpreise heute deutlich höher als vor zehn Jahren und belasten das Haushaltsbudget stärker als früher.
Energie: Erst teurer, dann wieder billiger
Eine Besonderheit zeigt sich bei den Energie und Heizkosten. 2015 waren diese laut ASTAT leicht rückläufig. In den Folgejahren gab es kaum größere Ausschläge, bis es 2022 zu einem starken Preisanstieg kam. 2024 gingen viele Energiepreise jedoch wieder zurück. Laut ASTAT sanken Strom und Gas im Jahr 2024 sogar um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auch die Treibstoffpreise sind nach einem Hoch wieder gefallen. Benzin kostete 2024 laut ASTAT im Schnitt rund 1,87 Euro pro Liter. Vor zehn Jahren lag der Preis etwa bei 1,50 Euro. Damit bleibt Autofahren heute spürbar teurer, auch wenn die Lage seit dem Peak vor drei Jahren wieder entspannter ist.
Mobilität kostet heute etwas mehr
Die Preise für den öffentlichen Verkehr sind in Südtirol leicht gestiegen. Ein Einzelticket kostet heute ab 1,50 Euro. Vor zehn Jahren lag der Preis meist bei etwa 1,20 Euro. Der große Unterschied zeigt sich bei den Spritkosten, die gegenüber 2015 um etwa 20 bis 25 Prozent gestiegen sind.
Kinderbetreuung bleibt vergleichsweise stabil
Die Gemeinde Tarife für Kindergärten und Kitas sind in den vergangenen zehn Jahren nur mäßig gestiegen. In Bozen liegen die Monatsbeiträge heute bei rund 78 Euro für das erste Kind und 68 Euro für das zweite Kind. Auch Meran und Brixen bewegen sich in einem ähnlichen Bereich. Im Vergleich zu anderen Lebensbereichen blieb die Kostensteigerung hier eher gering.
Freizeit und Kultur
Laut ASTAT sind die Preise im Bereich Freizeit und Kultur in den vergangenen Jahren nur leicht angestiegen. Viele Eintrittspreise sind zwar höher als noch 2015, die Erhöhungen fallen jedoch deutlich geringer aus als bei Wohnen oder Lebensmitteln.
Der Überblick zeigt, dass das Leben in Südtirol heute klar teurer als noch vor zehn Jahren ist. Besonders Wohnen belastet das Budget vieler Haushalte. Aber auch Lebensmittel, Energie und Mobilität sind im Laufe der Jahre spürbar teurer geworden.






