von mmh 19.11.2025 12:19 Uhr

Black-Friday-Warnung: Versteckte Kosten und falsche Rabatte im Netz

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben FPÖ-Landesrat Mag. Susanne Rosenkranz und die Konsumentenschutzorganisation „pro Konsument“ vor einer zunehmenden Manipulation des Verkaufsverhaltens im Internet gewarnt. Laut Rosenkranz greifen viele Anbieter zu psychologischen Tricks, die Nutzer unbemerkt zu Entscheidungen verleiten – von ungewollten Käufen bis hin zum Zustimmen zusätzlicher Optionen.

Bild von fancycrave1 auf Pixabay

Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche, die digitale Angebote oft unreflektiert nutzen. Spiele setzen gezielte Belohnungsmechanismen, Ranglisten und Sammelobjekte ein, die das Bedürfnis nach Bestätigung ausnutzen und das Risiko von Suchtverhalten erhöhen. Da sich das Gehirn junger Menschen noch in der Entwicklung befindet, könne dies zu psychischen Problemen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie finanziellen Schäden durch In-Game-Käufe führen. „Kinder sollen in einer digitalen Welt aufwachsen, die sie nicht ausnutzt, sondern stärkt“, betont Rosenkranz.

Studie zeigt weitverbreitete Dark Patterns

Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Niederösterreich zeigt, wie weit verbreitet sogenannte Dark Patterns bereits sind. Diese manipulativen Designelemente finden sich in Online-Shops, Spielen und sozialen Medien. Sie arbeiten mit irreführenden Buttons, künstlicher Verknappung oder versteckten Kosten. Die Untersuchung unterstreicht insbesondere die hohe Anfälligkeit junger Nutzer.

Auch „pro Konsument“ warnt vor einer gefährlichen Fehlannahme: Viele Nutzer glaubten, im Internet selbstbestimmt zu handeln. Tatsächlich würden sie häufig gezielt gelenkt. Mag. Isabella Mittelstrasser fordert deshalb mehr Bewusstsein für die Funktionsweise digitaler Angebote und klare Informationen für Konsumenten.

Laut einer Erhebung der EU-Kommission aus dem Jahr 2022 nutzen 97 Prozent der beliebtesten Websites und Apps in der EU mindestens ein Dark Pattern. Eine Studie der OECD bestätigt, dass die meisten Bürger kaum vorbereitet auf solche Manipulationen sind.

Rosenkranz mahnt zum Abschluss zur besonderen Vorsicht rund um Black Friday und in der Vorweihnachtszeit: „Echte Weihnachtsfreude braucht ehrliche Geschäfte – nicht falsche Rabatte und versteckte Kosten.“

Weitere Informationen sowie die gesamte Studie und ein Dark-Patterns-Lernspiel sind hier abrufbar:
https://noe.arbeiterkammer.at/darkpatterns

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite