von mmh 18.11.2025 15:11 Uhr

„Südtirol steht auf“: Kampagne zum Tag gegen Gewalt an Frauen

192 Frauen und 211 Kinder waren im Jahr 2024 in Südtirol in Wohneinrichtungen untergebracht, 832 haben um Unterstützung angefragt, da sie sich in Gewaltsituationen befunden haben. Auf diese immer noch viel zu hohen Zahlen, erhoben vom Landesinstitut für Statistik, wurde heute am 18. November im Rahmen der Vorstellung der neuen Kampagne gegen Gewalt an Frauen im Palais Widmann hingewiesen. 

(Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Unter dem Motto „Südtirol steht auf“ machen Land Südtirol, der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen, das Netzwerk gegen Gewalt an Frauen und das Frauenbüro auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam. „Setzen wir ein unmissverständliches Zeichen: Gewalt gegen Frauen hat in unserer Gesellschaft keinen Platz! Nicht heute und auch nicht morgen“, sprach Landeshauptmannstellvertreterin sowie Soziallandesrätin Rosmarie Pamer bei der Pressekonferenz im Palais Widmann deutliche Worte. Die Aufgabe der Politik sei klar. „Wir müssen präventiv arbeiten, Aufklärung fördern und gleichzeitig sicherstellen, dass Betroffene Gerechtigkeit erfahren. Wegschauen ist keine Option nicht für uns als Politik und nicht für die Gesellschaft“, fuhr Pamer fort.

Ulrike Oberhammer, die Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit, betonte, dass Gewalt gegen Frauen kein abstraktes Phänomen sei: „Sie zerstört Leben und vergiftet Generationen. Prävention ist deshalb kein Luxus, sondern die Feuerwehr, die das Inferno löscht, bevor es ausbricht.“ Die Gesellschaft sei aufgerufen, gegen Gewalt aufzustehen, denn „Schweigen tötet, Solidarität befreit“, fügte die Präsidentin hinzu.

„Alle 72 Stunden ein Feminizid“

„Zu sensibilisieren ist gut und wichtig, doch angesichts der Tatsache, dass in Italien alle 72 Stunden ein Feminizid begangen wird, ist das allein nicht genug. Geschlechtsspezifische Gewalt darf nicht zur Normalität werden!“, forderte Nadia Mazzardis, die Vizepräsidentin des Beirats.

Die Schritte zur weiteren Umsetzung des Landesgesetzes 13/2021 erläuterte Astrid Wiest, die Direktorin des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion, und unterstrich dabei: „Gewalt beginnt oft im Verborgenen. Deshalb ist Prävention so wichtig, durch Aufklärung, Sensibilisierung und eine Kultur des Hinschauens. Dieser Bereich wird auch rechtlich weiterhin einen klaren Schwerpunkt bilden.“ Um Frauen, die Opfer von Gewalt werden, besser zu unterstützen, wurde vor zwei Jahren ein Landesgesetz zur Gewaltprävention erlassen.

Susanna Salvaterra, die Direktorin des Amts für Öffentlichkeitsarbeit der Landesverwaltung, stellte anschließend die heurige Kampagne gegen Gewalt an Frauen vor, die sich den vier versteckten Formen von Gewalt widmet. Erarbeitet wurde die Kampagne vom Netzwerk gegen Gewalt an Frauen, dem etwa 20 Vereinigungen und Organisationen angehören, in Zusammenarbeit mit der Agentur für Presse und Kommunikation. Diese versteckte Gewalt schleicht sich subtil in den Alltag ein, kann zunächst sogar mit Fürsorge verwechselt werden, ist aber tatsächlich ein Eingriff in die Freiheit der Frau und dient dazu, ihr Selbstwertgefühl zu mindern. In der Kampagne werden die 4 Formen psychologischer Gewalt, nämlich Kontrolle, Manipulation, emotionale Erpressung und Erniedrigung, thematisiert und zur Sprache gebracht – durch Plakate, Flyer, aber auch durch Videos, die bis zum 10. Dezember verbreitet werden.

Begleitet wird der 25. November auch heuer von einer Vielzahl an Veranstaltungen, auf die auf der Homepage hingewiesen wird.

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