von mmh 08.11.2025 13:51 Uhr

Neue Brandverhütungsstelle stärkt Tirols Sicherheitsstruktur

Aus einem kleinen Funken kann binnen Sekunden ein Großbrand werden – mit enormen Schäden und Gefahr für Menschenleben. Genau hier setzt die Tiroler Landesstelle für Brandverhütung (LSBV) an. Mit der Eröffnung ihrer neuen Räumlichkeiten in der Ing.-Etzel-Straße 9 in Innsbruck stärkt das Land Tirol nun die Strukturen im vorbeugenden Brandschutz.

v.li.: Rene Staudacher (Landes-Feuerwehrinspektor), Michael Zentner (Landesdirektor Tirol, UNIQA Österreich), Johannes Pleifer (Geschäftsführer Tiroler Landesstelle für Brandverhütung), Sicherheitslandesrätin Astrid Mair, Gernot Reister (Abt. Einsatzorganisationen) und Franz Mair (Vorstandsvorsitzender der Tiroler Landeskommission für Brandverhütung) (Foto: © Land Tirol/Dominik)

Die modernisierten Büroräume bieten den insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbesserte Arbeitsbedingungen und schaffen die Grundlage für effizientere Abläufe in Gutachten, Beratungen und Anfragenbearbeitung.

Die Neuaufstellung der Landesstelle im Jahr 2024 bildete den Startschuss für diese strukturelle Weiterentwicklung. „Im Brandfall zählt nicht nur das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte, sondern vor allem die Prävention“, betont Sicherheitslandesrätin Astrid Mair. Die LSBV prüft Baupläne, kontrolliert Brandschutzanlagen, berät Gemeinden und Bauherren und bildet Sachverständige aus – mit dem klaren Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen, Katastrophen zu verhindern und Menschenleben zu schützen.

Lehrgänge beschleunigen Verfahren

Ein Kernstück der Neuausrichtung ist die Ausbildung hochbautechnischer Sachverständiger. Gemeinsam mit dem Tiroler Gemeindeverband und dem Bildungsinstitut Grillhof wurde ein Zertifikatslehrgang entwickelt, der amtliche und nichtamtliche Sachverständige auf einen einheitlichen Qualitätsstandard hebt. Absolventinnen und Absolventen können danach bestimmte Bauvorhaben im Behördenverfahren direkt beurteilen – ohne zusätzliches Gutachten eines brandschutztechnischen Sachverständigen. Das verkürzt Abläufe und sorgt für eine deutliche Verwaltungsvereinfachung.

Seit November 2024 wurden bereits vier dieser Lehrgänge abgehalten, mit insgesamt 92 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen. Der Inhalt reicht vom Tiroler Bau- und Raumordnungsrecht über technische Bauvorschriften und Standards des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) bis hin zu praktischen Beurteilungen und feuerpolizeilichen Bestimmungen. Ergänzend bietet die LSBV jährliche Praxisaustauschtreffen an, um Fachwissen aktuell zu halten und Qualitätsstandards langfristig zu sichern.

Reaktion auf Großbrand in Osttirol

Auch regional setzt die Landesstelle gezielte Schwerpunkte: Nach dem Großbrand im Recyclinghof Nußdorf-Debant organisierte die LSBV in Osttirol eine zweitägige Fortbildung mit 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im Fokus standen die Tiroler Bauordnung sowie die OIB-Richtlinien, um regionale Behörden bei Fragen des vorbeugenden Brandschutzes noch besser zu unterstützen.

„Gut ausgebildete Sachverständige sind ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitskette in Tirol“, so Landesrätin Mair. „Mit den Lehrgängen schaffen wir die Basis für fundierte Entscheidungen, kürzere Verfahren und eine nachhaltige Stärkung des vorbeugenden Brandschutzes.“

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