Wohnreform 2025: Chancen für Gemeinden, Betriebe und Familien

Reform für leistbares Wohnen
In der Obstgenossenschaft CAFA Meran kamen kürzlich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gemeinden zusammen, um über die künftige Wohnraumsituation in Südtirol zu sprechen. Karlheinz Schönweger, Geschäftsführer der CAFA, gab dabei zunächst Einblicke in die Strukturen der Genossenschaft. Der anschließende Austausch verdeutlichte, wie eng wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitskräfteverfügbarkeit und Wohnpolitik miteinander verknüpft sind.
Landesrat Peter Brunner präsentierte die Eckpunkte der Wohnreform 2025. Ziel des Maßnahmenpakets ist es, leistbaren Wohnraum zu schaffen, Spekulation einzudämmen und Bauverfahren zu vereinfachen. Zu den zentralen Elementen gehören Preisbindungen bei Neubauten, Förderungen für Mietwohnungen und gemeinnützige Bauträger, steuerliche Anreize für Vermieter sowie energetische Sanierungsboni im Bestand. „Leistbares Wohnen darf kein Zufall sein, sondern muss Ergebnis klarer politischer Entscheidungen sein“, betonte Brunner.
Kooperation und Förderung als Schlüssel
Ein Schwerpunkt der Reform liegt auf der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Bauträgern. Bei neuen Bauzonen sollen Gemeinden leistbare Wohneinheiten festlegen können – etwa zu einem fixierten Preis von rund 3.500 Euro pro Quadratmeter. Brunner spricht hier von einem „Gleichgewicht zwischen öffentlichem Interesse und unternehmerischer Wirtschaftlichkeit“.
Diskutiert wurde auch die Konventionierung: In Gemeinden mit hohem Preisdruck soll sie konsequent angewendet werden, in strukturschwachen Regionen sind flexible Lösungen möglich. Zudem erklärte Brunner die Förderlogik: Öffentliche Körperschaften und gemeinnützige Träger sind förderfähig, wenn sie Mietwohnungen schaffen. Bis zu 55 Prozent der Planungs- und Baukosten werden unterstützt, sofern die Wohnungen mindestens fünf Prozent unter dem Landesmietzins vermietet werden.
Adi Erlacher vom SWR-Burggrafenamt unterstrich die wirtschaftliche Dimension: Fehlender Wohnraum erschwere die Fachkräftegewinnung. Sandro Pellegrini, Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings, ergänzte, dass innovative Wohnmodelle und Kooperationen zwischen Unternehmen und öffentlicher Hand langfristig entscheidend seien. Brunner fasste in einer Presseaussendung zusammen: „Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist Teil unserer Lebensqualität und Voraussetzung dafür, dass Südtirol auch in Zukunft ein Land bleibt, in dem man gut leben und arbeiten kann.“






