von veo 28.10.2025 10:20 Uhr

Hoffnung für verkohlte Hänge im Vinschgau

Nach den verheerenden Waldbränden im Frühjahr 2025 in Latsch, Prad am Stilfserjoch und Stilfs haben die Sanierungsarbeiten der Schutzwälder begonnen. Forstinspektorat Schlanders und lokale Forstarbeiter setzen alles daran, die Wälder wiederaufzuforsten, die Schutzfunktion zu sichern und die Biodiversität zu fördern.

Foto: Foto: LPA/Forstinspektorat Schlanders

Forstarbeiter sichern und gestalten die Brandflächen

Unmittelbar nach den Waldbränden starteten die Planungs- und Projektierungsarbeiten. In Latsch wurde etwa die Hofzufahrt zum Hof Platztair in der Fraktion St. Martin aufgrund instabiler geologischer Verhältnisse verlegt. Die Arbeiten konnten bereits im September abgeschlossen werden. Auch die Erschließung des Löschteiches in Albl ist projektiert; der Baustart ist für das kommende Frühjahr vorgesehen. Zusätzlich wurden erste Erhebungen zur Instandsetzung des alten St.-Martiner-Höfeweges als Notzufahrt durchgeführt.

Unter der Leitung von Christian Santer, Baustellenkoordinator und Leiter der Forststation Latsch, wurden in den verbrannten Waldflächen bereits über 1.000 einheimische Laubbäume gepflanzt, darunter Zürgelbäume, Vogelkirschen, Bergahorne, Birken, Blumeneschen, Ebereschen und Hopfenbuchen. Ergänzend kamen Sträucher wie Holunder, Salweide, Weinrose und Wacholder hinzu.

Wiederaufbau, Biodiversität und technische Maßnahmen

In Prad am Montoni, das bis in das Gemeindegebiet von Stilfs reicht, laufen die Wiederbewaldungsarbeiten ebenfalls. Nach dem Brand am 24. April begannen die Aufräumarbeiten, und unter der Leitung von Fabian Stecher und Barbara Folie wurden zunächst Samen von Pionierbaumarten wie Birke und Vogelbeere ausgesät. Im Sommer folgte die Pflanzung junger Laubbäume und Sträucher, wobei aufgrund der Trockenheit einige Arbeiten erst bis Mitte Oktober erfolgen konnten. Die jungen Bäume werden als „Mutterbauminseln“ gepflanzt, um die natürliche Verjüngung zu unterstützen.

Zum Schutz vor Wildverbiss, starker Sonneneinstrahlung und Gleitschnee kommen nachhaltige Baumschützer aus Holz und wiederverwendbare Drahtkörbe zum Einsatz. Abgebrannte Baumstämme wurden zudem quer zum Hang gelegt, um den neuen Pflanzen Schutz zu bieten. Parallel laufen technische Sanierungsmaßnahmen wie die Instandsetzung der Forstwege, Verbesserung der Zufahrten zu Hydranten, Bau von Pumpenstandplätzen entlang des Forstweges zum Montoni und Anpassungen am Löschteich Schartalm. Diese Arbeiten werden laut LPA in der nächsten Saison unter der Leitung von Projektant und Bauleiter Andreas Platter fortgesetzt.

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