Anzeige wegen häuslicher Gewalt: Rücktritt von Vettori gefordert Â

Der Landesbeirat für Chancengleichheit hat erfahren, dass der Präsident des Gemeinderates infolge dieser Maßnahmen zwar erklärt hat von seinem Amt als Präsident des Gemeinderats zurücktreten, jedoch weiterhin als Stadtrat tätig sein möchte. Der Beirat ist der Meinung, dass es in einer so heiklen Situation notwendig sei, eine klare und kohärente Botschaft an die Bevölkerung zu senden. „Die Stadt Bozen engagiert sich seit Jahren für die Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen dank eines dichten und kompetenten Netzwerks von Vereinen, Frauenhäusern, Sozialdiensten und Institutionen, die sich täglich für den Schutz und die Würde von Frauen einsetzen. Wir sind Teil dieses Netzwerks und führen seit Jahren Sensibilisierungskampagnen gegen jede Form von sichtbarer oder versteckter Gewalt durch. Wir wissen, wie schwer es für eine Frau ist, die Kraft zu finden, Anzeige zu erstatten. Jedes Mal, wenn eine Frau dies tut, erhebt sich um sie herum eine kulturelle Mauer, die sie isoliert, sie in Frage stellt, sie Misstrauen und Verdächtigungen aussetzt. Im Gegensatz dazu neigt der öffentliche Raum oft dazu, über den Mann, seine Leidenschaften, seine Version der Ereignisse zu berichten, während das mutmaßliche Opfer im Schatten bleibt, ohne Stimme“, so der Beirat in einer Aussendung.
Aus diesem Grund unterstützt der Landesbeirat für Chancengleichheit die Forderung des Bürgermeisters von Bozen, Claudio Corrarati, welcher den bisherigen Präsidenten des Gemeinderates Carlo Vettori aufgefordert hat all seine Funktionen zurückzulegen und aus dem Gemeinderat zurückzutreten, um seine Position außerhalb der Institutionen klären zu können. Dies sei ein Akt der Verantwortung und des Respekts gegenüber der Stadt, der Provinz und allen Frauen, die täglich gegen Gewalt und Schweigen kämpfen.
„Nur so kann Bozen weiterhin ein Beispiel für Kohärenz und Glaubwürdigkeit in der Politik gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für die Gleichstellung sein, die im Gleichstellungsaktionsplan des Landes Südtirol umfassend entwickelt wurde. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um einer Frau die Chance zu geben dem Gemeinderat von Bozen vorzusitzen und damit ein konkretes Zeichen für die Unterstützung von Frauen zu setzen, welche über reine Lippenkenntnisse hinausgehen“, betont der Beirat abschließend.Â






