von veo 21.10.2025 09:48 Uhr

Wollen wir nicht gewollt werden? – Arbeiten nach 60 ist kein Tabu

Viele Menschen über 60 möchten auch nach der Pensionierung weiterarbeiten – doch flexible Modelle und der Abbau bürokratischer Hürden fehlen oft. Otto von Dellemann, Vorsitzender der Generation 60+, fordert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Umdenken auf.

Erfahrungen und Engagement nicht verschenken

„Sind wir zu alt, um zu arbeiten?“ fragt Otto von Dellemann provokant. Die Realität sieht anders aus: Zahlreiche Selbstständige sind bis weit über 70 oder 80 Jahre aktiv – aus Leidenschaft, Freude an der Aufgabe oder weil sie gebraucht werden. Die Generation 60+ bringt Erfahrung, Vertrauen und Stabilität in die Arbeitswelt und möchte weiterhin tätig sein. Dabei geht es nicht nur um ehrenamtliche Tätigkeiten, sondern oft auch um bezahlte Arbeit, um die meist niedrigen Pensionen aufzubessern.

Von Dellemann betont die Notwendigkeit flexibler Arbeitsmodelle und den Abbau bürokratischer und steuerlicher Hürden. „Wir wollen nicht abgeschrieben werden. Wir wollen Teil der Lösung sein – mit Erfahrung, Engagement und Verantwortung“, sagt er.

Fachkräftemangel und Generation 60+

Die aktuelle Lage zeigt einen Widerspruch: Während die Wirtschaft über Fachkräftemangel klagt, werden viele ältere Menschen, die arbeiten möchten, nicht eingesetzt oder gar ausgeschlossen. Laut von Dellemann ist das ein Problem, das sich die Gesellschaft angesichts des Mangels an Arbeitskräften nicht leisten kann.

Die Generation 60+ fordert daher konkret: alter(n)sgerechte Arbeitsbedingungen, flexible Teilzeit- und Projektmodelle sowie den Abbau steuerlicher Hürden für arbeitende PensionistInnen. Jede Arbeitskraft zählt, und die wachsende Gruppe erfahrener MitarbeiterInnen ist eine wertvolle Ressource für Betriebe und die Gesellschaft.

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