von lif 11.10.2025 10:48 Uhr

Leben in Südtirol wird immer teurer

Die Preise steigen und das spüren auch viele Südtiroler inzwischen bei jedem Einkauf. Ob Miete, Lebensmittel oder Strom: Immer mehr Familien fragen sich, wie weit das Monatsgehalt noch reicht.

Symbolbild von Frauke Riether auf Pixabay

„Früher sind wir mit 100 Euro Wocheneinkauf gut ausgekommen. Heute zahlen wir fast das Doppelte“, erzählt eine Mutter. Auch beim Wohnen wird es eng. Laut einer ASTAT-Auswertung machten Wohnkosten rund 41 Prozent der durchschnittlichen Familienausgaben in Südtirol aus, also fast die Hälfte. Eine Studie von Eurac Research und ASTAT bestätigt zudem, dass mehr als ein Drittel der Südtiroler Schwierigkeiten hat, die Wohnkosten zu stemmen. Viele Familien müssen ihre Ausgaben daher stark einschränken oder längerfristige Kredite aufnehmen.

Besonders spürbar ist die Teuerung auch bei Lebensmitteln. Laut einer Auswertung sind die Lebensmittelpreise in Südtirol im vergangenen Jahr im Schnitt um rund 3,3 Prozent gestiegen. Einzelne Produkte wurden deutlich teurer: So kletterte beispielsweise der Preis einer Milch von 2022 bis Juli 2024 von 1,14 Euro auf 1,49 Euro pro Liter. Dies entspricht einem Plus von rund 30 Prozent. Auch Grundnahrungsmittel wie Reis, Butter und Zucker verzeichneten teils starke Anstiege: Zucker etwa um über 60 Prozent, Reis um 34 Prozent und Butter um knapp 30 Prozent. Im internationalen Vergleich lagen die Lebensmittelpreise in Italien laut Süddeutscher Zeitung (Mai 2024) insgesamt etwa 25 Prozent über dem Niveau von 2021.

Auch beim Verkehr spüren viele die Kostensteigerungen. Energie- und Spritpreise sind hoch und viele Südtiroler sind auf das Auto angewiesen. Nicht nur, weil viele Arbeitswege länger sind und einige Umstiege erfordern würden, sondern auch, weil sich die öffentlichen Verkehrsmittel in ländlichen Gebieten flexibel genug erweisen. Viele greifen daher weiterhin auf das eigene Auto zurück, um Beruf, Familie und Freizeit besser organisieren zu können.

Die Löhne halten mit dieser Entwicklung kaum Schritt. Laut dem Landesinstitut ASTAT und dem Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) gab es heuer zwar in einigen Branchen, wie im im Handel und im öffentlichen Dienst, leichte Lohnanpassungen, insgesamt blieb die reale Kaufkraft jedoch nahezu unverändert. „Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre haben viele Einkommen praktisch aufgefressen“, so die Bewertung des ASGB. Auch die Landesregierung verweist auf Unterstützungsmaßnahmen, etwa beim Wohngeld oder bei Energiekosten. Doch für viele reicht das kaum aus. „Es bleibt am Monatsende einfach weniger übrig“, sagt ein junger Angestellter.

Was klar wird: Das Leben in Südtirol ist schön, aber teuer. Und immer mehr Menschen fragen sich, wie lange sie sich das noch leisten können.

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