von mmh 07.10.2025 14:11 Uhr

Antikörper statt Impfung reduziert Intensivfälle bei Neugeborenen

Noch vor zwei Jahren füllten schwer erkrankte Säuglinge die Intensivstationen in Südtirols Spitälern. Heute ist das Bild ein völlig anderes: Dank einer gezielten RSV-Prävention ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei Neugeborenen um mehr als 90 Prozent zurückgegangen. Die Landesregierung setzt das erfolgreiche Programm daher fort.

APA/dpa

Von 190 zu 15 Krankenhausfällen – Erfolg auf ganzer Linie

Im Winter 2023/24 mussten 190 Kinder unter einem Jahr wegen des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) ins Krankenhaus, viele davon auf die Intensivstation. Ein Jahr später waren es nur noch 15.
„Wir haben mit dieser Maßnahme sehr viel erreicht“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. „Weniger kranke Babys bedeutet weniger Leid für die Familien und weniger Belastung für die Krankenhäuser. Prävention wirkt und ist wichtig.“

Die Zahlen sprechen für sich: Das Risiko einer Krankenhausaufnahme hat sich um 92 Prozent reduziert, das einer intensivmedizinischen Behandlung um 86 Prozent.

Antikörper statt Impfung

Seit Herbst 2024 erhalten Südtiroler Neugeborene den monoklonalen Antikörper Nirsevimab – kein Impfstoff, sondern eine einmalige Schutzgabe, die für eine ganze Wintersaison wirksam bleibt. Im vergangenen Jahr nutzten 75 Prozent aller Eltern dieses Angebot.

„Das RSV kann bei kleinen Kindern lebensbedrohliche Atemwegsinfektionen auslösen“, erklärt Messner. „Mit der neuen Prävention können wir genau diese schweren Verläufe verhindern.“

Die Landesregierung hat am 7. Oktober beschlossen, die RSV-Präventionskampagne auch für die Wintersaison 2025/26 fortzuführen.
Alle Kinder, die ab dem 1. April 2025 geboren werden oder während des Kampagnenzeitraums zur Welt kommen, können die Immunisierung kostenlos erhalten. Auch Kinder bis zwei Jahre mit bestimmten Vorerkrankungen sind eingeschlossen.

Abgewickelt wird das Programm über den Südtiroler Sanitätsbetrieb und die begleitende Informationskampagne „Ich schau auf dich“. Eltern können ihre Kinder telefonisch vormerken (Nummer: 100 100 mit Vorwahl). Die Verabreichung erfolgt in den Impfzentren oder direkt bei Kinderärztinnen und -ärzten.

Für die aktuelle Kampagne stehen 3.000 Dosen bereit, das Land investiert rund 759.000 Euro. Die Teilnahme ist freiwillig – das Ergebnis aus dem Vorjahr zeigt jedoch, dass die Akzeptanz hoch ist.

Messner zieht eine klare Bilanz: „Die RSV-Prävention ist ein Beispiel dafür, wie gezielte Gesundheitsmaßnahmen wirken können. Wir schützen damit die Allerkleinsten – und entlasten das gesamte Gesundheitssystem.“

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