A22 Streit um Transparenz

Öffentliches Unternehmen ohne Offenheit?
Seit Langem gilt: Die A22 ist ein öffentlich kontrolliertes Unternehmen – und muss daher gesetzlich zur Transparenz verpflichtet sein. Das hat das Statistikamt Istat mehrfach bestätigt. Dazu gehören die Veröffentlichung von Gehältern, Lebensläufen, Reisekosten und Vermögenserklärungen der Präsidenten, Verwaltungsräte und Führungskräfte. Ebenso müssen laut Gesetz klare, nachvollziehbare Kriterien für die Personalrekrutierung offengelegt werden.
Doch in der Praxis bleiben die tatsächlichen Gehälter des Verwaltungsrats und des Direktors der Brennerautobahn eines der bestgehüteten Geheimnisse. Bewegung kam erst Anfang 2025 in die Sache: Auf Anfrage des Team K veröffentlichte die nationale Antikorruptionsbehörde (ANAC) eine offizielle Stellungnahme (URAV Nr. 262/2025). Darin bestätigt die Behörde, dass die Brennerautobahn AG unter öffentlicher Kontrolle steht und daher verpflichtet ist, sämtliche Transparenzbestimmungen des Gesetzesdekrets Nr. 33/2013 einzuhalten.
A22 zieht vor Gericht – Kritik von Team K
Anstatt die Vorgaben umzusetzen, hat die A22 jedoch rechtliche Schritte eingeleitet – gegen das Istat selbst. Das Unternehmen beantragte, aus der Liste der öffentlichen Unternehmen gestrichen zu werden. Damit stellt die A22 ihre öffentlich-rechtliche Natur grundsätzlich infrage, offenbar um sich den gesetzlichen Transparenzpflichten zu entziehen.
Für Team-K-Sprecher Paul Köllensperger ist dieses Vorgehen unverständlich: „Das Unternehmen, das die Konzession der A22 verwaltet, zieht es vor, seine Natur als öffentlich kontrolliertes Unternehmen anzufechten, anstatt die Gehälter der Führung offenzulegen und die Regeln bei der Personalrekrutierung zu befolgen.“
Auch die Reaktion der Landesregierung stößt auf Kritik. In einer parlamentarischen Anfrage (Nr. 158/XVII) forderte das Team K Landeshauptmann Arno Kompatscher auf, Stellung zu beziehen. Die Antwort sei jedoch – so Köllensperger – erneut „ausweichend, unverbindlich und ohne politische Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern“.
Für das Team K steht fest: Transparenz und demokratische Kontrolle dürfen nicht verweigert werden – schon gar nicht bei einem Unternehmen, das Millionen öffentlicher Mittel verwaltet und eine zentrale Infrastruktur des Landes betreibt. „Wir werden unsere Kontrollarbeit fortsetzen und darauf bestehen, dass die A22 die gesetzlichen Vorschriften zu Transparenz und Korruptionsprävention endlich erfüllt“, betont Köllensperger in einer Presseaussendung abschließend.






