Psychosozialer Krisendienst: Hilfe nur einen Anruf entfernt

Im Schnitt gehen rund 300 Gespräche pro Monat ein, geführt von Psychotherapeuten sowie psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpfleger. Seit dem Start im Oktober 2020 wurden insgesamt rund 19.500 Anrufe verzeichnet, berichtet das Land Tirol in einer Aussendung. Ergänzend steht seit 2023 ein mobiler Dienst zur Verfügung, der Betroffene bei Bedarf auch zuhause aufsucht. Zudem sind ambulante Krisengespräche möglich. Der Psychosoziale Krisendienst wird 2025 vom Land Tirol und den Sozialversicherungsträgern mit rund 500.000 Euro finanziert und von der Suchthilfe Tirol sowie dem Psychosozialen Pflegedienst betrieben.
„Der Psychosoziale Krisendienst Tirol ist ein wichtiger ‚Rettungsanker‘ für Menschen in akuten Belastungssituationen – unmittelbar verfügbar, kostenlos und niederschwellig. Eine psychische Krise ist genauso ernst wie ein körperlicher Notfall, deshalb gilt: Greifen Sie zum Telefon und holen Sie sich Hilfe“, appelliert Landesrätin Eva Pawlata anlässlich des „Yellow September“.
Themen: psychische Belastungen, Konflikte und Einsamkeit
Vorrangiges Ziel des Psychosozialen Krisendienstes ist es, in Gesprächen akute Belastungen abzubauen, Stabilität herzustellen und konkrete nächste Schritte zu erarbeiten. Zeichnet sich in der telefonischen Krisenintervention ab, dass Hilfe vor Ort erforderlich und gewünscht ist, besucht ein Zweierteam die Betroffenen innerhalb von maximal 48 Stunden und leistet Unterstützung vor Ort. Darüber hinaus bietet der Krisendienst Personen, die unter besonders belastenden oder extrem bedrohlichen Umständen wie Gewalterfahrungen, Suizid, Trennungen oder Beziehungskonflikte leiden, die Möglichkeit, kurzfristig und kostenfrei ambulante Krisengespräche in Anspruch zu nehmen, um Stabilität und Orientierung zurückzugewinnen.
Zum „Yellow September“
Der internationale Aktionsmonat „Yellow September“ („Gelber September“) rückt die Bedeutung psychosozialer Gesundheit in den Mittelpunkt. Er reicht vom 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, bis zum 10. Oktober, dem Welttag der psychischen Gesundheit, und wird heuer erstmals auch in Österreich als gemeinsame Initiative organisiert.Â






