Gefälschte Sprachzertifikate: Team K warnt vor Vertrauenskrise im Sanitätsbetrieb

„Der Zwei- beziehungsweise Dreisprachigkeitsnachweis in seiner derzeitigen Form funktioniert nicht. Er muss dringend überarbeitet werden, um weiteren Schaden am Vertrauen der Bevölkerung zu verhindern“, warnt Ploner.
Hunderte ohne Nachweis
Schon im Mai hatte Ploner im Landtag eine Anpassung der Sprachprüfungen gefordert. Doch sein Antrag wurde abgelehnt. Dabei räumte Gesundheitslandesrat Hubert Messner selbst ein, dass 449 Mitarbeiter des Sanitätsbetriebes keinen Zweisprachigkeitsnachweis besitzen. Stattdessen setzte man auf interne Sprachkurse – der aktuelle Skandal hat dieses Vertrauen nun schwer erschüttert.
Forderung nach strengeren Kontrollen
Ploner drängt deshalb auf konkrete Maßnahmen: verpflichtende externe Kontrolle aller Sprachzertifikate durch das Amt für Zweisprachigkeits- und Ladinischprüfung, Intensivkurse direkt am Arbeitsplatz und Peer-Tutoring in den Krankenhäusern.
„Es geht nicht um Formalitäten, sondern um die Qualität der Betreuung. Patienten wollen Ärzte und Pfleger, die zuhören, erklären und verständlich kommunizieren“, betont Ploner. Beschwerden über einsprachige Formulare und Sprachbarrieren seien längst Alltag.
Autonomie nicht aushöhlen
Die Zweisprachigkeit sei ein Grundpfeiler der Südtiroler Autonomie, dürfe aber nicht durch gefälschte Nachweise oder politische Blockaden untergraben werden. Ploner: „Andere Länder zeigen längst, dass Sprachkompetenz und Personalnotstand im Gesundheitswesen vereinbar sind. Auch Südtirol darf hier keine Zeit mehr verlieren.“






