Lehrer kämpfen gegen Chaos und Respektlosigkeit

Integration ohne Sprache? Unmöglich. Das ist bekannt und hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen geführt. Die jüngsten Schilderungen einer niederösterreichischen AMS-Lehrerin zeigen, wie sehr dieses Fundament ins Wanken geraten ist. Statt Fleiß, Disziplin und Lernwillen herrschen in manchen Kursen Chaos, Forderungen und respektloses Verhalten. Es geht längst nicht mehr nur um Sprachregeln, Grammatik und Vokabeln, sondern um Grundwerte und Respekt.
Wenn Lehren zur Zumutung wird
Lehrer, die eigentlich Brücken bauen wollen, stehen vor einer Wand. Wer ständig zu spät kommt, wer lieber lautstark Forderungen stellt, statt die Sprache des Gastlandes zu erlernen, zeigt vor allem eines: fehlenden Respekt. Das ist nicht nur ein Problem für die Pädagogen, die im Unterricht im Stich gelassen werden. Es ist ein Problem für die gesamte Gesellschaft. Denn ohne Sprache keine Integration und weiteres Chaos.
Regelfreie Zone
Wer Regeln bricht, stört nicht nur den Unterricht. Fehlende Konsequenzen erzeugen auch in diesem Feld ein fatales Signal: dass Fehlverhalten folgenlos bleibt. Damit verspielt das AMS Glaubwürdigkeit und die Chance, Integration endlich wirklich einzufordern und die Nichteinhaltung auch zu bestrafen.
Sprache ist keine Nebensache, kein „nettes Extra“ im Integrationsprozess. Sie ist die Eintrittskarte in eine Gesellschaft und notwendig. Wer sie nicht lernen will, zeigt, dass er nicht ankommen möchte. Und wer die Lehrer, die diesen Weg ermöglichen sollen, beleidigt und verhöhnt, hat die Botschaft noch nicht verstanden: Integration ist keine Einbahnstraße.






